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  <title>And now for a word....</title>
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    <title>And now for a word....</title>
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  <pubDate>Wed, 21 May 2008 10:55:00 GMT</pubDate>
  <title>Feste feiern wie sie fallen (SGA, humor, gen)</title>
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  <description>&lt;b&gt; &quot;Feste feiern, wie sie fallen&quot;&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;von Jimaine&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Spoiler: Ich bin mal großzügig und sage für alles bis inklusive Season 2.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zusammenfassung: Ronon im Feiertagsdilemma.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;A/N: Ich *wollte* den Kartoffelsalat nicht mit einbauen…the Z. made me do it!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Pairings: Es ist für jeden was dabei.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Beta: Birgitt – There can be only one!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Disclaimer: Stargate und Stargate: Atlantis gehören MGM/Gekko Film/Double Secrets Productions bzw. MGM/ACME Shark und nicht mir, auch wenn ich gerne in besagtem Sandkasten spiele und mir meine Gedanken dazu mache. Ich verdiene nichts mit dem Geschreibsel, dabei sind Musen wirklich nicht billig im Unterhalt, und will erst recht nicht irgendjemandes Rechte verletzen. Für IP-Anwälte zu arbeiten fördert die Paranoia...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align=&quot;center&quot;&gt;************&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;a name=&quot;cutid1&quot;&gt;&lt;/a&gt;&lt;a name=&quot;cutid1&quot;&gt;&lt;/a&gt;&lt;div class=&quot;ljcut&quot; text=&quot;Fun and Games&quot;&gt;Von all den Festen, die Ronon Dex schon miterlebt hatte, seit er sich in der Stadt einquartiert hatte, verstand er das bevorstehende am wenigsten. Da waren der 4. Juli gewesen, der 14. Juli (an einem gab es hauptsächlich Bier und am anderen Wein) und mindestens zehn weitere Unabhängigkeitstage verschiedener Nationen der Erde. Solche Feste verstand er, genau wie Halloween, das Fest, das ihn an längst vergessene satedanische Riten erinnerte, und das seltsame Verkleidungen beinhaltete sowie eine Lieferung Süßigkeiten für die Kinder in der athosianischen Siedlung auf dem Festland. Oder der &quot;Dia de los Muertos&quot;, den nicht viele feierten, aber an dem es dennoch hoch her ging in der Stadt: Der Toten wurde auf eine seltsame Art und Weise gedacht, nämlich unter anderem, daß man mit Stöcken auf bunte Tonbehältnisse einschlug, bis diese zerbrachen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein anderes Fest, das einen ganzen Monat dauerte, beinhaltete rituelles Fasten bis zum Sonnenuntergang, an dem er sich auf Einladung von Dr. al-Lilyas für einige Tage beteiligte. Bei wieder einem anderen dagegen stand die gute Ernte und die reichhaltige Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln im Mittelpunkt, weshalb es mit üppigen Gelagen begangen wurde. Und zwischendrin gab es Geburtstagsfeiern und spontane Feiern, deren Hintergrund zumeist eine der zahlreichen irdischen Sportarten war. Kurzum: Wenn die Menschen von der Erde keinen akuten Anlaß zum Feiern hatten, suchten sie sich einen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Vorbereitungen für dieses spezielle Fest liefen bereits seit vorletztem Monat auf Hochtouren, die ersten Kisten mit dem &apos;XM&apos;-Label waren schon im Oktober eingetroffen. Glitzerkram, Rollen mit bunt gemustertem Papier, meterlange Ketten mit kleinen Glühbirnen und Essensvorräte, die ihn spontan bei Dr. Weir nachfragen ließen, ob eine längere Belagerung durch die Wraith zu erwarten sei.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie hatte ihn daraufhin nur seltsam angesehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach der Mission auf Tanaya letzte Woche hatte ihm angesichts der stundenlangen Verhandlungen um hundert Säcke &quot;dringend benötigtes&quot; Getreide die Frage, ob die Bewohner des Planeten Erde eigentlich noch etwas anderes taten außer Feste zu feiern, keine Ruhe mehr gelassen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erste Nachforschungen ergaben relativ schnell, daß dieses &apos;Weihnachten&apos; eine ganz besondere Stellung in der Kultur der Erde einnahm, so besonders, daß sie dafür sogar bestimmte Gewächse von ihrem Planeten importierten. Weil er gerade nichts anderes zu tun hatte, half Ronon beim Ausladen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&quot;Was ist das?&quot; Vorsichtig untersuchte er die Pflanze mit den glänzenden, eigentümlich gezackten grünen Blättern und zuckte zusammen, als er sich den Finger an einer der Spitzen stach.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dr. Katie Brown, die als Botanikerin ein waches Auge auf die Vorgänge hatte, nahm ihm den Topf ab und stellte ihn zurück zu den anderen in den Container. &quot;Stechpalme. Der Name paßt, oder?&quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&quot;Huh.&quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&quot;Und diese Zweige da fassen Sie besser nicht an oder waschen sich hinterher zumindest die Hände. Die Beeren der Mistel sind giftig.&quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&quot;Wozu dienen sie dann?&quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&quot;Man hängt sie über Türen. Und wenn man einer jemandem unter dem Zweig begegnet, darf man ihn küssen.&quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ronon fielen spontan ein Dutzend Personen ein, mit denen er garantiert *nicht* unter diesem Zweig zusammentreffen würde. Er würde in den nächsten Wochen aufpassen müssen, wo er sich aufhielt und in wessen Gesellschaft. &quot;Interessanter Pullover&quot;, wechselte er das Thema. Oder so hoffte er.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Brown strahlte. &quot;Finden Sie? Ich bin ja so froh, daß er fertig geworden ist, bevor die &apos;Daedalus&apos; losflog. Meine Schwester hat ihn gestrickt – jedes Jahr um diese Zeit packt sie der Strickwahn. Schals, Handschuhe, Socken, Mützen, Pullover…einfach alles.&quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&quot;Was ist das da auf der Vorderseite? Ein Tier?&quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&quot;Ein Rentier.&quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&quot;Haben alle…Rentiere…eine derart rote Nase?&quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&quot;Nein&quot;, lachte sie, &quot;nur das hier. Das ist Rudolf.&quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&quot;Rudolf?&quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&quot;Na, eines der Rentiere vom Weihnachtsmann.&quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&quot;Weihnachtsmann?&quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Nachhinein hätte er besser nur nicken sollen statt zu fragen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align=&quot;center&quot;&gt;*******&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Jeder, den er auf dieses Fest ansprach, erzählte ihm etwas anderes; nach zwei Dutzend Versionen hatte er vor Verwirrung Kopfschmerzen. Hauptsächlich waren es Berichte von eigenen Erfahrungen, vergangenen Festen im Kreis von Familie und Freunden. Hauptsächlich Erinnerungen, wie sie in ihrer Kindheit Weihnachten erlebt hatten. Die Erzählungen könnten unterschiedlicher nicht sein, aber es zeichneten sich gewisse Muster ab – ein Teilerfolg, auf den er stolz war. Denn egal, wie es in ihrem jeweiligen Land gefeiert wurde, die Familie stand offenbar überall im Vordergrund und ein friedliches Zusammenleben mit allen anderen Menschen; was er von der Geschichte des Planeten Erde gehört hatte, war es allerdings noch nicht gelungen, die Botschaft in der Politik durchzusetzen. Was ihn nicht überraschte. Gute Ideen faßten in der Politik selten Fuß, davon wollte er seine eigene zerstörte Welt nicht ausnehmen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Oft gab es einen religiösen Aspekt, der ihm aber noch nicht ganz klar war, denn er variierte in seiner Relevanz. Die Schwangerschaft dieser Maria zum Beispiel ließ ihn gänzlich unbeeindruckt, doch die Engel und ihre Verkündung an die Hirten auf dem Felde waren ihm dagegen schon unheimlicher. Hierorts waren die einzigen Wesen, die vom Himmel kamen, die Wraith und sie verhießen niemals etwas Gutes. Etwas verwirrend war der Umstand, daß die Personen in den Geschichten immer anders hießen und es viele inhaltliche Widersprüche gab, was er ab einem gewissen Punkt der Sprachenvielfalt zuschrieb und nicht bloß dem irritierenden Mangel an Absprache der Chronisten bezüglich ihrer &quot;Testamente&quot;. Er beriet sich dahingehend mit Teyla, und sie gelangte zu dem gleichen Schluß. Ansonsten….Leiden, Tod, Erlösung. Das waren durchaus Konzepte, mit denen er umgehen konnte, und er machte sich nicht oft Gedanken um Dinge spiritueller Natur. Teyla meinte, er solle es versuchen, es könnte nicht zu seinem Nachteil sein. Selbst ein Krieger brauche etwas, woran er glauben kann, denn jeder Kampf sei auch eine spirituelle Prüfung. Das Argument gefiel ihm, also folgte er ihrem Rat nach bestem Können. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was mochte wohl noch auf ihn zukommen, abgesehen davon, daß die Atmosphäre in der Stadt der in einem Bienenstock gleichkam und seltsame Kleidungsstücke auftauchten, Hüte und Pullover, gegen die der von Katie Brown harmlos wirkte? In der Messe fanden sich Wand- und Tischschmuck, oft selbstgebastelt – die Leute opferten eine Menge Freizeit dafür – und in den Labors erhaschte er den einen oder anderen Blick auf Bildschirmschoner mit Schneelandschaften und buntgeschmückten Bäumen. Oder Bildern von ausgelassenen Feiern am Strand unter Palmen. Dr. DeVrijs erklärte ihm geduldig, daß nicht jeder mit Weihnachten Schnee assoziiere, was den Jubel keineswegs minderte, als Teylas Handelspartner auf PX4-0389 mitteilten, sie hätten siebzig Zentimeter Schnee und der See nahe der Siedlung sei zugefroren. Tagtäglich pendelte nun ein Jumper zwischen Atlantis und dem anderen Planeten hin und her, an Bord warm verpackte Wintersportenthusiasten mit bunten Brettern verschiedener Länge und Größe oder Schuhen mit Metallkufen und langen Holzstöcken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Angesichts ihres Zustandes bei ihrer Rückkehr könnte man meinen, sie hätten eine Schlacht geschlagen. Dr. Beckett machte daraufhin &quot;Eishockey&quot; bei der täglichen Besprechung zum offiziellen Thema, unmittelbar gefolgt von &quot;Curling&quot;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun, so hatte er am folgenden Tag von Dr. Zelenka erfahren, als er diesem half, einen Sack &quot;Rohmaterial&quot; in das verlassene Labor zu tragen, wo die totgeschwiegene aber allgemein geschätzte Destille versteckt war, es war weniger eine Schlacht gewesen als ein &quot;einander schlachten&quot;. Gesagt mit einem geschienten linken Handgelenk, zwei verpflasterten Platzwunden an Kinn und Stirn und einem hochzufriedenen Lächeln. Denn zumindest habe seine Mannschaft gewonnen. Gegen die Amerikaner. Was, folgerte Ronon, von immenser Bedeutung sein mußte. Probehalber hatte er einem Training beigewohnt und sich zum Leidwesen von Torhüter Dr. Lundqvist auch einmal mit dem Schläger versucht, aber das Angebot, Schlittschuhlaufen zu lernen, hatte er letztlich abgelehnt; er hatte keine Ahnung, was ein &quot;Stürmer&quot; war, aber er wollte keiner werden. Dafür war er zu lange &quot;Runner&quot; gewesen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dem Zeitablauf dieser &apos;Adventszeit&apos; war nicht schwer zu folgen, denn in der Kantine hing ein großer Kalender mit 24 Türchen, hinter denen sich Bilder und Schokolade verbargen; in virtueller Form fand sich dieser so genannte &apos;Adventskalender&apos; auch im Computernetzwerk. Eine Woche vor dem großen Ereignis stand morgens eine riesige Tanne im Gateraum, von Chuck in einer Nacht- und Nebelaktion zusammen mit Dr. Parrish aufgestellt und geschmückt. Jeder Bewohner der Stadt hatte etwas Persönliches zu dieser Dekoration beigesteuert, und unter den Baum würden laut Dr. Weirs Memo am Morgen des 25. Dezember (Erdenkalender) die Geschenke gelegt bzw. am Vorabend im Rahmen einer Feier verteilt werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Beschenken von Personen, die einem nahe standen, spielte eine zentrale Rolle bei Weihnachten, soviel war ihm schon sehr früh klar geworden, und mit Hilfe von Sergeant DiMugno hatte er sogar Papier organisiert, um seine Geschenke zu verpacken. Seine Künste dahingehend ließen zu Wünschen übrig, mußte er sich nach getaner Arbeit eingestehen; vor dem nächsten Weihnachten würde er etwas üben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Während die Vorbereitungen ihren Lauf nahmen, spielte Radio Atlantis verdächtig viele Weihnachtslieder, worüber sich besonders Dr. McKay echauffierte. Als Ronon beiläufig nach dem Grund fragte, wünschte er bereits im nächsten Moment, sich lieber die Zunge abgebissen zu haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&quot;Mit Weihnachten&quot;, begann der Wissenschaftler nach einem tiefen Luftholen, &quot;habe ich wenig zu schaffen und lege es auch bewußt darauf an. Meines Erachtens ein Plan der CIA, durch Kommerz Macht auszuüben, die individuellen Kulturen anderer Länder von Jahr zu Jahr mehr zu infiltrieren und alle Menschen von Kleinkindsalter an einer Gehirnwäsche zu unterziehen, damit die USA eines Tages die Weltherrschaft an sich reißen können. Als könnten genug buntes Licht und Süßigkeiten wiedergutmachen, was im eigenen Land schiefläuft...und anderenorts ebenfalls, weil manche Länder schließlich meinen, sie könnten alles besser und müßten deshalb den anderen Ländern zeigen, wie es *richtig* geht. Nur gibt es kein *richtig*. Es gibt keinen Frieden auf Erden und allen Menschen ein Wohlgefallen. Gerade an Weihnachten gibt es mancherorts auf der Erde blutige Ausschreitungen aufgrund des religiösen Hintergrunds – der mich ebenso kalt läßt wie so ziemlich jede andere Religion. Dabei gibt es soviel Wichtigeres. Außerdem: dieses ganze Getue mit der glücklichen Familie...Ronon, das sind die Ausnahmen.&quot; Er klang bitter, fand Ronon, und sprach mit der Stimme der Erfahrung. &quot;Egal, daß sich 364 Tage im Jahr die Eltern streiten, die Kinder eine Belastung für sie sind, der Job nicht zu ihrer Zufriedenheit ist und die Welt sich ihnen gegenüber einfach nur unfair verhält – ihrer Meinung nach, denn sie tragen daran ja keinerlei Schuld – dann wird zumindest an Weihnachten Harmonie geheuchelt. Weil es sich ja so gehört.&quot; Abrupt brach er ab und wandte sich mit einem gemurmelten &quot;Entschuldigung&quot; ab, um sich wieder seinen Kalkulationen zu widmen. Mit der Rechten angelte er sich allerdings ein Plätzchen aus einer der Dosen, die seit einigen Wochen zwischen den Laptops standen – hier wie sonst überall auch, in der Kantine, in Weirs Büro, im Konferenzraum, um nur einige Orte zu nennen – und irgendwie nicht leer werden wollten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Damit war dann auch geklärt, was mit den vielen Säcken Mehl geschehen war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align=&quot;center&quot;&gt;********&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Nachmittag des 24. Dezember war der Gateraum noch mehr Dreh- und Angelpunkt des Lebens in Atlantis als sonst. Bänke und Tische waren aufgestellt worden und neben dem Stargate lockte ein enormes Buffet, für das die Küche seit dem frühen Morgen auf Hochtouren gearbeitet hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ronon runzelte kritisch die Stirn. &quot;Schon wieder Truthahn?&quot; Erst vor einigen Wochen hatte es zahlreiche dieser großen Vögel gegeben, mit gestampften Kartoffeln und einer süßen Beerensauce, und Dr. Heightmeyer hatte hinterher gejammert, durch den Kürbiskuchen zwei Pfund zugenommen zu haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&quot;Hey, ich beklage mich nicht&quot;, brummte Sheppard, der bereits Teller und Besteck auf seinem Tablett hatte. Fast entglitt es ihm, als er einhändig die rote Zipfelmütze zurechtrückte, die McKay ihm kurz zuvor aufgesetzt hatte; viele Leute trugen diese lächerlichen Mützen, aber Ronon hatte bislang erfolgreich verneint, und sie wußten es besser, als es zu weit zu treiben. &quot;Letztes Jahr hat uns die Vogelgrippe für Thanksgiving *und* Weihnachten einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wer weiß, was nächstes Jahr ist. Globale Kartoffelfäule wohlmöglich. Ah, da hinten ist der Kessel mit dem Eierpunsch. Unbedingt probieren, Ronon!&quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Verteilung der Geschenke erfolgte nach einer kurzen Rede von Dr. Weir und die Reaktionen, die er beobachtete, waren sehr unterschiedlich. Die Weihnachtsmusik war über das Stimmengewirr, die freudigen Ausrufe und ungezwungenen Unterhaltungen in zunehmender Lautstärke – der Glühwein zeigte seine Wirkung – kaum zu hören. Wenn er ehrlich war, war Ronon sehr gespannt, was seine Teamkollegen zu seinen Geschenken sagen würden. Hoffentlich reagierten sie nicht wie Sergeant Tomlinson auf die Wiederauferstehung – sprich Reparatur – seiner Playstation, die im Sommer Opfer eines Kurzschlusses geworden war: nämlich mit Ohnmacht. Er stand am Rande des Geschehens, zusammen mit Teyla, Weir und Zelenka, und probierte sich nach und nach durchs Buffet. Und Sheppard hatte Recht gehabt, der Eierpunsch war gut. Etwas zu süß für seinen Geschmack, aber mit Wirkung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&quot;Neiiiiiiiin!&quot; schrie soeben Dr. Tersteegen und stürmte quer durch den Raum, um Zelenka um den Hals zu fallen – was nicht schwer war, überragte sie ihn doch fast um einen Kopf. &quot;Gott, der erste Feiertag ist gerettet...&quot; Hocherfreut eilte sie zurück an ihren Sitzplatz, wo sie gleich mit einer Kollegin die gute Nachricht teilte. Was dazu führte, daß diese ebenfalls vor Begeisterung quietschte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ronon blickte ihr nach. &quot;Darf ich fragen, was das war?&quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zelenka zuckte lediglich mit den Schultern und wischte einen nichtexistenten Kekskrümel von seinem Ärmel. &quot;Seltsame deutsche Weihnachtstradition. Aber eher eine inoffizielle.&quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Elizabeth neben ihm bekam diesen Gesichtsausdruck, der sagte, &apos;ich würde es schon gerne wissen, aber wenn du es sagst, werde ich mir sicherlich wünschen, ich hätte es nie wissen wollen&apos;. &quot;Radek…&quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&quot;Ah, wenn du es unbedingt wissen mußt: Tschechische Märchenfilme.&quot; Mit seinem Glühweinglas prostete er ihr zu. &quot;Bunt und hoffnungslos romantisch. Veselé vánoce, Běto.&quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&quot;Danke, gleichfalls. Also du beschenkst deine Mitarbeiter mit romantischen Filmen? Was ist mit meinem Geschenk?&quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ronon entging der vielsagende Unterton nicht. Also doch… Die Blicke, die zwischen den beiden hin und her gingen, waren Beweis genug. Wenn sich an einem der nächsten Tage die Gelegenheit ergab, würde er Major Lorne die schlechte Nachricht überbringen, daß ein seit Monaten hartnäckig zirkulierendes Gerücht sich soeben bestätigt hatte. Hier und jetzt trank er sein Glas leer und nahm sich dann wieder sein Essen vor. &quot;Guter Salat. Schon probiert?&quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zelenka warf ihm einen tadelnden Blick zu, der nicht mit Tischmanieren zu tun haben konnte, denn schließlich benutzte er inzwischen Besteck. &quot;Ich habe ihn *geliefert*! Gestern den ganzen Tag in der Küche gestanden. Glücklicherweise konnte meine Schwester Mama überzeugen, das Rezept zu verraten, bevor es mit ihr ins Grab wanderte.&quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&quot;Wir stehen alle in ihrer Schuld.&quot; Damit ging er zum Buffet und nahm sich Nachschlag von dem Kartoffelsalat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aus Nachmittag wurde allmählich Abend, der Chor &apos;Singing Scientists&apos; (mit Major Lorne als einziger militärischer Ausnahme) animierte in regelmäßigen Abständen zum Mitsingen von Weihnachtsliedern – das &apos;Rocking Around the Christmas Tree&apos; wußte Dr. Weir allerdings zu unterbinden – und das Linguistik-Team trug mit verteilten Rollen die Weihnachtsgeschichte in der Sprache der Antiker vor. Langweilig war es zu keinem Zeitpunkt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gerade als er zu fortgeschrittener Stunde mit dem Gedanken spielte, die Feier zu verlassen – er teilte die allgemeine Meinung, daß Lorne zwar über eine gute Singstimme verfügte, nach fünf Gläsern Glühwein aber nicht mehr in der Öffentlichkeit auftreten sollte – ließ sich Elizabeth Weir auf der Bank neben ihm nieder.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&quot;Keks?&quot; bot er ihr die Schale mit den Vanillekipferl an.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie machte eine abwehrende Geste. &quot;Danke, nein. Ich kann nicht mehr.&quot; Verstohlen strich sie die Bluse über ihrem Bauch glatt. &quot;Ich wollte mich für die Kette bedanken. Ein wunderschönes Geschenk.&quot; Sie berührte den Anhänger an ihrem Hals; eine gute Wahl, dachte er sich erneut, zufrieden mit sich selbst. Mit einem Messer, wie jene, die er Sheppard, McKay und Teyla geschenkt hatte, hätte sie vermutlich wenig anfangen können. &quot;Nun, Ronon, was gefällt Ihnen an unserem Weihnachten am besten?&quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Frage war schwerer zu beantworten, als ihre Einfachheit vermuten ließ, und da er bereits von mehreren Seiten gefragt worden war, fielen ihm mehrere Antworten ein, von denen allerdings keine für sich allein genommen genau paßte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er könnte den Teil nennen, wo Leute, die normalerweise kaum ein Wort miteinander wechselten, an einem Tisch saßen, sangen und lachten und aßen und sich benahmen wie die Gemeinschaft, die sie sein sollten und dennoch nicht immer waren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Oder wie beeindruckt und gleichzeitig beschämt er war, daß sich in dieser Galaxis nirgendwo – nicht auf seinem Heimatplaneten noch auf einem anderen ihm bekannten – so viele verschiedene Traditionen entwickelt hatten wie auf einem kleinen Planeten namens Erde. Mit den Wraith als ständiger Bedrohung hatten wenige Dinge Gelegenheit, Wurzeln zu schlagen und zu wachsen; er selbst hatte die letzten sieben Jahre keine Heimat mehr gehabt und Atlantis war für ihn Nährboden vielerlei Art.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er könnte das Geschichtenerzählen nennen, die spontanen Chorproben egal, wohin man kam, und das allgegenwärtige Gefühl von froher Erwartung – auch wenn der Umstand, daß jeder überall und ständig etwas summte oder sang, sehr störend sein konnte, wenn ein Major Lorne drei Stunden vom nächsten Gate entfernt partout der Meinung war, daß ein Puddlejumper hervorragende Akustik hätte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Oder Teyla, die ihn geküßt hatte, bloß weil über der Tür ein Zweig von dem Grünzeug mit den giftigen weißen Beeren hing; er hatte Unwissenheit vorgetäuscht, als er &apos;zufällig&apos; dort stehen blieb.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er verschwieg den Teil, wie er Colonel Sheppard gefolgt war, als dieser mit einer Thermoskanne Glühwein, Keksen und einem eingepackten Objekt zu McKays Quartier schlich. Und ebenso Rodneys Reaktion, als er das Paket noch auf dem Gang öffnete, einen Schrei ausstieß, der wie &quot;Tripods?&quot; klang, und Sheppard im nächsten Moment am Jackenaufschlag hereinzerrte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;All das waren einzelne Aspekte der Antwort, die er nicht formulieren konnte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So hob er seinen Becher, nahm einen langen Zug von dem würzigen Getränk und lächelte Weir an. Die Art von Lächeln, die hieß, daß er seine wahren Gedanken lieber für sich behielt, ihr aber dennoch keine Antwort schuldig bleiben wollte. Weshalb er sagte, was er schon jedes Mal gesagt hatte, wenn ihm jemand diese Frage stellte. &quot;Nun...mir gefällt der Teil mit dem Essen ziemlich gut.&quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie schien sich damit zu begnügen. Bis nächstes Jahr hatte er vielleicht eine bessere Antwort gefunden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;FINIS&lt;/div&gt;</description>
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  <pubDate>Wed, 21 May 2008 10:51:32 GMT</pubDate>
  <title>Rubicon (SGA, W/Z, PG) 2/2</title>
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  <description>Teil 1 samt Disclaimer und Autorenbemerkungen ist hier zu finden&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a name=&quot;cutid1&quot;&gt;&lt;/a&gt;&lt;div class=&quot;ljcut&quot; text=&quot;Kein Zurück mehr&quot;&gt;Eher beiläufig stellt er die nächste Frage. Wohl auch nur aus reiner Neugierde. &quot;Erinnerst du dich an das Virenlabor?&quot;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;Wie könnte sie nicht. Jener Tag hatte ihre erste wirkliche Konfliktsituation mit Sheppard gesehen; sie, die Expeditionsleiterin und Zivilistin, gegen den Leiter des militärischen Kontingents. Eine Meinung gegen die andere. Letztlich hatte Sheppard Recht behalten, was sein Handeln aber nur teilweise entschuldigte. Sie hat seither gelernt, daß es keineswegs die Frage &apos;Zivilist gegen Militär&apos; ist, sondern &apos;Elizabeth Weir gegen John Sheppard&apos;. Beziehungsweise irgendjemand gegen John Sheppard. John Sheppard wird immer das tun, was *er* persönlich für richtig hält; diese Sturheit ist gleichermaßen lobenswert wie untragbar, aber sie hat ihre eigene Art von Sturheit, mit der sie Sheppard begegnet, Tag für Tag. Elizabeth Weir gibt nicht so leicht auf, hat es nie getan und wird es auch diesmal nicht tun. Nur ist diesmal nicht Sheppard ihr Gegner.&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&quot;Das Labor, in dem ich fast gestorben wäre. Ich habe lange darüber nachgedacht. Genau genommen vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht daran denke.&quot; Die Alpträume haben nicht lange angehalten, tun sie nie, weil sie alle paar Wochen durch neue ersetzt werden. &quot;Die Antiker haben im großen Stil mit Viren herumexperimentiert, auf einem Level, der nicht mehr mit rein defensiver Taktik zu erklären ist.&quot;&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;Dem kann sie nichts entgegenhalten.&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoBodyText&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;&quot;Woher wollen wir wissen, daß das Nanovirus nicht doch von den Antikern entwickelt wurde?&quot;&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;Diese Debatte haben sie schon damals geführt, ohne jedes Ergebnis. Die Informationen in den Datenbanken sind beschädigt und größtenteils nicht zu rekonstruieren, auch nicht mit dem maximalen Aufwand. Wenn es Hinweise gab, welchen Zweck die Antiker mit einzelnen Experimenten verfolgten, so sind diese verloren. &quot;Weil es keinen Sinn macht. Wen hätten sie damit töten wollen? Nicht sich selbst, sie hatten das Gen –&quot;&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoBodyText&quot;&gt;&quot;Aber vielleicht den Rest des Nahrungsangebotes.&quot; Möglicherweise ist es nur eine Sinnestäuschung, das mangelnde Licht, aber Radeks Augen sind hart. &quot;Wie heißt es so schön, &apos;nach ihnen die Sintflut&apos;? Vielleicht dachten sie, wenn sich die Wraith nicht auf herkömmlichem Wege besiegen lassen, dann vielleicht so. Vernichtung des verfügbaren Nahrungsangebots. Aushungern. Sie hatten nichts mehr zu verlieren, sie waren seit Jahrzehnten in ihrer Stadt eingeschlossen und hatten längst den Plan gefaßt, auf die Erde zurückzukehren. Die Pegasus-Galaxis war ihrer Meinung nach verloren.&quot;&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;Hier protestiert sie scharf. &quot;Sie würden niemals –&quot;&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;&quot;Würden sie nicht, hm? Woher willst du das wissen?&quot; Wer konnte mit Sicherheit sagen, welche extremen Maßnahmen ein Volk ergreift, das der Vernichtung entgegen sieht? Er weiß nur, was er bereits getan hat und das auch nur zur Verteidigung. Noch vor zwei Jahren hätte er behauptet, lieber lebenslange Haft in Kauf zu nehmen. Wieso meint sie immer noch, die ehemaligen Bewohner von Atlantis auf so ein Podest stellen zu müssen? Nichts, was sie bislang herausgefunden haben, belegt, daß die Antiker ihnen moralisch *so* überlegen gewesen sind, oder daß jene, die aufgestiegen sind, auch ihre menschlichen Fehler abgelegt hatten. Ganz im Gegenteil, je mehr ihm die Texte einzureden versuchen, alles, was die Antiker getan haben, wäre zum Guten gewesen, desto weniger glaubt Radek, daß dem so ist. Er hat schließlich auch im Alter von fünf Jahren aufgehört an den Weihnachtsmann zu glauben, und Gott…Gott steht für ihn gar nicht erst zur Diskussion. Nur wieso ist Elizabeth der Überzeugung, es den ursprünglichen Bewohnern von Atlantis gleich zu tun, wäre nicht genug, sondern sie müsse tun, woran diese – ihrer Meinung nach – nicht einmal gedacht haben? Wem will sie etwas beweisen? &quot;Und ich dachte, Rodney wäre schlimm.&quot;&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;Der Kommentar raubt ihr für einen Moment den Atem, doch hat sie nichts, was sie erwidern kann. Nein, das was ihr einfällt, kommt einer Antwort nicht einmal ansatzweise nahe. Denn er hat ja Recht. Vor einiger Zeit hat sie ihre Berichte aus den ersten Monaten der Expedition durchgelesen, ebenso wie ihre persönlichen Aufzeichnungen, und sie kennt die Frau kaum noch, die jene Zeilen geschrieben hat. &lt;i style=&quot;&quot;&gt;&apos;Daß ich derartige Entscheidungen auf dieser Expedition treffen muß, hatte ich eigentlich nicht erwartet.&apos;&lt;/i&gt; Was hat sie dann bitte erwartet? Ihre damalige Naivität ist wahrhaftig zu belächeln. All die Ideale, die sie bei ihrer Ankunft in Atlantis noch gestochen scharf vor Augen hatte, sind größtenteils nur noch Schemen in ihrem Gedächtnis, kaum mehr als gedanklicher Kaffeesatz. Die Bilanz zwischen damals und heute fällt erschreckend negativ aus. Sicher, sie haben viel gelernt und bedeutende Fortschritte gemacht, doch in Relation zu dem, was sie im Gegenzug verloren haben, ist jeder Sieg ein Pyrrhussieg. &lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;Damals hat sie noch Kritik geübt, nein, verurteilt, mit welch blinder Entschlossenheit die Einheimischen der Pegasus-Galaxis ihre Ziele verfolgten, zu welchen Opfer sie bereit waren – Prinzipien, Leben, nichts war zu kostbar. Und sich eingeredet, niemals so zu handeln, weil sie sich niemals in eine solche Position würde drängen lassen, sondern andere Mittel und Wege finden würde, Atlantis und ihre Bewohner zu schützen.&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;Der Ausdruck auf ihrem Gesicht ist nur zum Teil Entschlossenheit. Carson hat anfangs noch ähnlich wie Radek argumentiert, als sie ihm den Plan unterbreitete, die Forschung an dem Wraith-Genom zu intensivieren. Seiner Ansicht nach war es eine Sache, eine Spezies zu studieren und ihre Evolution vom Käfer zum Primärfeind der Antiker nachvollziehen zu wollen, eine völlig andere, in die Offensive zu wechseln, aktive statt passive Verteidigung, denn – auch er bringt diesen Fall zur Sprache – sie alle haben die Euphorie der Hoffaner gesehen, als diese des Potentials ihres &apos;Impfstoffes&apos; als Waffe gewahr wurden. Er hat nicht gewollt, daß der gut gemeinte Ansatz, die nichtmenschlichen Elemente aus der Wraith-DNS zu entfernen, mehr sein sollte als das: ein Projekt, das er verfolgte, weil es ihn interessierte, ob es möglich war. Und vielleicht wollte er Erfolg haben, wo Zaddik versagt hatte, wollte dem Verlust von Ellia einen Sinn geben. Sie hat ihn nie direkt darauf angesprochen. Die Heilung von Colonel Sheppard zwang ihn, Fortschritte zu machen. Vielleicht, so seine Worte, würde er dabei sogar über eine Methode stolpern, Ford zu helfen, wenn dieser noch lebte.&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoBodyText&quot;&gt;Der Weg in die Hölle ist und bleibt mit guten Vorsätzen gepflastert.&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoBodyText&quot;&gt;Carson selbst hat dann das Meeting einberufen, in dem der offensive Einsatz des Virus thematisiert wurde, und jetzt im Nachhinein wird ihr bewußt, keineswegs schockiert gewesen zu sein.&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoBodyText&quot;&gt;Aber sie haben alle in den letzten Monaten ihre Maßstäbe von richtig und falsch neu festlegen müssen – wenn eine solche Differenzierung überhaupt möglich war.&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;Das Privileg des Beobachters haben nur jene, die nicht mit dem Rücken zur Wand stehen. Es ist leicht, über die Genfer Konventionen zu reden, wenn das Überleben der eigenen Leute – und das eigene Leben – nicht von einem bedeutsamen Opfer abhängt. Als sie sich schwor, sie würde sich niemals auf das Niveau der Hoffaner oder Genii oder all der anderen Völker begeben, die die Wraith seit Generationen mit allen verfügbaren Mitteln bekämpften und wenig auf Fair-Play achteten, hat sie sich etwas vorgemacht. Die Antiker konnten den langanhaltenden Konflikt mit den Wraith unmöglich so lange durchgestanden haben, ohne sich nicht zumindest einiger Methoden zu bedienen, die nicht im Regelhandbuch standen. &apos;When in Rome...&apos; Nach nicht einmal zwei Jahren hat ihre moralische Arroganz ein jähes Ende gefunden.&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;Sie setzt ihr Schweigen fort. Vor einem Jahr, als die Wraith wenige Stunden von Atlantis entfernt waren, hat Radek zu ihr gesagt, daß es in jedem Krieg Opfer gäbe, und dabei erschreckend abgeklärt geklungen, als wisse er, wovon er redete, allerdings wird sie nie erfahren woher. Ihre Fähigkeit, eine Beziehung zu haben, einer anderen Person nahe zu sein – physisch wie emotional – scheint seitdem ein solches Opfer geworden zu sein. Sie kann nicht sagen, daß sie nicht gewarnt wurde.&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;Radek fährt fort, leise und eindringlich und ohne eine Spur des anfänglichen Ärgers, der ihnen letzte Woche zum Verhängnis geworden ist. &quot;Ich habe ein Ethik-Seminar besucht während meines vierten Semesters. Kein Pflichtfach, weshalb die Teilnehmerzahl zwischen zehn und fünfzehn schwankte, aber es interessierte mich. Wir waren eine gemischte Gruppe. Physiker, Ärzte, sogar ein Jurist. Anfangs dachte ich, der Zweck des Kurses wäre, die Geschichtsbücher durchzublättern und die Entscheidungen von Wissenschaftlern und Politikern zu kritisieren, nur für den Fall, daß einer von uns der Erfinder der nächsten Superwaffe sein könnte oder Entdecker einer Methode für Zeitreisen. Glücklicherweise ging es bei den hypothetischen Entscheidungen um Themen wie Frauen in der Wissenschaft, Umgang mit Forschungsergebnissen anderer, Schutz des geistigen Eigentums, kollegiales Verhalten, Aufrichtigkeit, Integrität und so weiter; niemals um die Frage von Leben und Tod. Das hat uns Kindern schnell aufgezeigt, daß man uns keine bahnbrechenden Entdeckungen zutraute. Waffen ja, vielleicht, aber keine Zeitreisen. Und gewiß keine…entwraithten Wraith.&quot;&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;Niemand kann sich tatsächlich eine solche Situation vorstellen, ganz gleich wie detailliert die Vorgaben, und während der Jahre, die er selbst das Seminar leitete, hat er seine Studenten mit den kompliziertesten Szenarien konfrontiert, die ihm einfielen; im Hinterkopf blieb jedoch immer der Gedanke &apos;Theorie&apos;. Die Praxis ist dagegen kein Computerspiel, bei dem man nach &apos;Game Over&apos; neu anfangen kann, und schon gar nicht diese Praxis, die er seit zwei Jahren Alltag nennt. Seit der Ankunft auf Atlantis hat er die einfachen Dinge des Lebens neu zu schätzen gelernt, die Dinge, die Tage zu einem &apos;Leben&apos; machen, nicht bloß zum *Überleben*. Atlantis ist in vielen Dingen der ultimative Crash-Kurs.&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;Unwillkürlich spannt sie die Muskeln an, bereit, auf die Konfrontation mit schärferen Worten zu reagieren; es wäre zu einfach, sich gehen zu lassen und alles an ihm auszulassen, ihre Wut auf sich selbst und ihre Kritiker, über die ganze verfahrene Situation. Es kostet sie ihre ganze Kraft, der Versuchung nicht nachzugeben. &quot;Die Ethikfragen überlasse ich denen, die es sich leisten können, darüber nachzudenken und den Kopf in den Sand zu stecken, zum Beispiel der IOA, denn ich kann es nicht, Radek, nicht mehr, und ganz ehrlich: Du kannst es auch nicht.&quot; Es geht ihm nicht um die Frage nach Recht und Unrecht, er macht sich Sorgen um sie und sie weiß das zu schätzen. &quot;Es gibt keine Unschuld mehr, in der sich auch nur ein einziger hier die Hände waschen kann.&quot;&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;&quot;Ja, dafür hast du gesorgt.&quot;&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&quot;Radek!&quot;&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 12.75pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;&quot;Nicht du allein, das will ich gar nicht sagen&quot;, wehrt er ihren Protest mit einer erhobenen Hand ab. &quot;Ich denke nur an die Zukunft. An den Tag, an dem wir für unsere Taten bezahlen müssen. Die Frage nach den Auswirkungen auf der rein wissenschaftlichen Ebene außen vor gelassen…rein hypothetisch betrachtet: Was werden die Auswirkungen auf alle Beteiligten sein? Und damit meine ich nicht unbedingt den Wraith, egal wie man ihn nennen mag –&quot;&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;&quot;Michael. Wir nennen ihn Michael.&quot;&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&quot;Ach, wirklich? Nun gut. Michael. Die Auswirkungen auf Michael sind offensichtlich und mehr als fragwürdig. Was ist mit den Auswirkungen auf andere? Auf dich, auf mich. Auf uns alle hier. Und was kommt nach &apos;Michael&apos;, Elizabeth? &apos;Robert&apos;, &apos;Greg&apos;...oder &apos;Steve&apos;? Wir hatten schon lange keinen Steve mehr.&quot;&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;&quot;Zynismus liegt dir nicht, Radek.&quot;&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&quot;Du wärst überrascht, wie viele Dinge mir liegen.&quot; Diese Art von Konfrontation gehört allerdings nicht dazu, ist es noch nie gewesen. Beruflich und fachlich kann er es mit den Besten aufnehmen, doch auf einer persönlichen Ebene – in einer Beziehung – fühlt er sich schon wie der Verlierer, bevor noch die ersten Worte gefallen sind. In diesem Fall stimmt es sogar. Sie haben bereits verloren, sich selbst und noch viel mehr als das. Der Beweis liegt in der Krankenstation, bewußtlos und mit einer ebenso ungewissen Zukunft wie der Rest der Stadt. Und er, für seinen Teil, hat in den letzten Monaten genug unkontrollierbare, als Experimente getarnte Verzweifelungstaten erlebt, um sich ernsthafte Gedanken zu machen, und er kann nicht anders, als diese auch zur Sprache zu bringen. &quot;Kontrollierte Umstände&quot;, welch ein Euphemismus! Allein der Gedanke, die absolute Kontrolle zu haben, ist ein sicherer Indikator für einen Fehlschlag, denn nichts ist absolut. Fast ist es ihm, als würde eine andere Person sprechen und er selbst sei Zuhörer. Zumindest ist er beherrschter als während ihrer ersten Diskussion zu dem Thema, unmittelbar nach der Besprechung, in der sie die Erprobung des Retrovirus absegnete. Glücklicherweise kann er sich nicht mehr an seine exakten Worte erinnern, sonst sähe er sich wohlmöglich zu einer Entschuldigung genötigt. &quot;Ist dies ein Fall von &apos;Der Zweck heiligt die Mittel&apos;? Von &apos;Wir können es, also tun wir es auch, egal, was die Konsequenzen sind&apos;? Wir reden hier von biologischer Kriegsführung, Elizabeth! Wie viel besser sind wir denn noch als die Wraith? Wie weit willst du noch gehen?&quot;&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoBodyText&quot;&gt;Einen Moment lang hängen die Fragen in der Luft, untermalt vom Geräusch der Wellen, die gegen die Ränder der Pier branden, an diese Begrenzung ihrer kleinen Welt. Die Gischt ist seltsam hell in der Dunkelheit, und ihre Gefühle sind in ebensolcher Aufruhr. Alles ist in Bewegung, noch immer, die Krisen kommen Schlag auf Schlag, niemals hat man wirklich Zeit zum Nachdenken, zum Planen. Bei Radek dieser kalten Ablehnung – nein, Enttäuschung, er ist enttäuscht von ihr – begegnet zu sein, ist wie ein Schlag in die Magengrube gewesen, nur fühlt sie im Gegensatz zu letzter Woche keinen Schmerz mehr, nur… Ja, was genau? Sie ist zu weit gegangen, auch was ihn betrifft. Kann sie überhaupt noch auf der Basis gesunden Menschenverstandes mit ihren Leuten interagieren? &quot;Das ist bei weitem nicht dasselbe&quot;, hält sie dagegen, doch noch wie die Worte ihren Mund verlassen, fühlt sie, wie sie in bedeutungslose Buchstaben zerfallen, unwichtige Laute, die keine Wirkung auf die Realität haben.&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoBodyText&quot;&gt;&quot;Ach nein?&quot; Radek kann nicht glauben, daß Carson nicht gesehen hat, was am Ende der Straße lag, die er eingeschlagen hatte. Vermutlich hatte er es nicht sehen wollen; bis zu einem Punkt hat ein Wissenschaftler den Luxus, sich nur über den nächsten Arbeitsschritt Gedanken zu machen; wenn jeder Wissenschaftler, der eine revolutionäre Entdeckung für sich beanspruchen konnte, von Anfang an über den potentiellen Schaden nachgedacht hätte, den seine Arbeit bewirken könnte, hätte er niemals einen Fuß in einen Hörsaal oder ein Labor gesetzt. Dann wäre die Menschheit nicht aus dem Mittelalter herausgekommen. Sie wären nicht hier. Und die Tatsache, daß Carson selbst – nicht Sheppard, nicht Caldwell, sondern &lt;i style=&quot;&quot;&gt;Carson&lt;/i&gt; – den Vorschlag gemacht hatte, das Virus an einer Testperson zu erproben, nimmt ihm auch seine letzte verbliebene Hoffnung, daß sie von dieser Einbahnstraße noch unbeschadet abweichen können. Ab einem bestimmten Punkt – seit Monaten – haben sie sich alle nur noch etwas vorgemacht. Er ebenfalls, dahingehend hat Elizabeth Recht.&lt;o:p&gt; &lt;br /&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoBodyText&quot;&gt;Als Konsequenz liegt jetzt &apos;Michael&apos; in der Krankenstation, der, wenn er aufwacht, eine ausgeklügelte Scharade vorgespielt bekommen wird. Ein erfundenes Leben leben wird. &quot;Um dich zu zitieren, &apos;die Wraith würden ohne den Käfer gar nicht existieren, also wieso nicht?&apos; Die Evolution der Wraith mag ein Unfall gewesen sein, aber genauso gut könnte man argumentieren, daß der Mensch ein Unfall war. Wenn sich jemand einmischen würde, hätten wir auch etwas dagegen.&quot;&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&quot;Radek, über die Frage nach dem richtig oder falsch sind wir doch längst hinweg! Ich bin gewiß nicht stolz darauf, aber es mußte getan werden. Jemand mußte die Entscheidung treffen, wenn nicht heute, dann in ein paar Monaten, in einem Jahr. Ich habe sie halt etwas früher getroffen. Es mußte sein.&quot;&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&quot;Mußte es das?&quot; entgegnet er. Er fühlt sich denkbar unwohl in dieser Rolle, in der Rolle des Anklägers, der jede Aussage hinterfragt. &quot;Obwohl du unmöglich sagen kannst, was die Konsequenzen sein werden? Das ist keine Entschlossenheit mehr, auch keine Risikobereitschaft, sondern schiere Dummheit!&quot;&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;Jetzt ist sie ehrlich verblüfft über seinen Tonfall, die offene Mißbilligung, die Herausforderung. Sie preßt die Handflächen fester auf die Brüstung. &quot;Verzeihung, seit wann genau gilt bei Kommandoentscheidungen das Mehrheitsprinzip?&quot; Sie ist müde und ganz ehrlich ist sie es leid, sich rechtfertigen zu müssen. &apos;Ich mußte es tun&apos; – es ist nur eine Frage der Zeit, bis diese Argumentation ihrerseits ihre Wirkung und Glaubhaftigkeit verliert. Wenn das nicht bereits geschehen ist.&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&quot;Ah, also ist andere Meinung unerwünscht? Soll ich dankbar sein, dafür nicht inhaftiert zu werden, wie mein Onkel Petr?&quot; Defensiv verschränkt er die Arme vor der Brust und sieht sie herausfordernd an. &quot;Ich mußte nie eine Entscheidung treffen, wie du sie getroffen hast…habe es bewußt vermieden, Feigling, der ich bin. Daher kann ich nicht behaupten, deine Beweggründe nachvollziehen zu können, alle Faktoren zu kennen. Ich will es auch gar nicht. Manche Dinge will ich nicht verstehen. Ergibt das irgendeinen Sinn für dich?&quot; Der Wind frischt merklich auf und er nimmt sich die Zeit, den Reißverschluß seiner Jacke zu schließen. &quot;Der Grund, weshalb ich in die Staaten gegangen bin – einer von vielen Gründen, genaugenommen – war der, daß ich nicht vor der Wahl stehen wollte, meine Arbeit zu vernichten zu müssen, oder wie viele meiner Kollegen von den Sowjets &apos;verpflichtet&apos; zu werden. Eventuell Dinge zu tun, die ich nicht gut heißen kann, die meiner Überzeugung widersprechen. Keine gute Zeit für angehende Wissenschaftler in der Tschechoslowakei. Es war der Weg des geringsten Widerstandes, nicht besonders heldenhaft…ich habe nicht das Zeug zum Rebellen.&quot;&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;Zu ihrem eigenen Erstaunen muß sie ein Lächeln unterdrücken. Seltsam... &quot;Meinst du?&quot;&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;&quot;Was ich sagen will…Elizabeth, ich mache mir Sorgen um dich.&quot;&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&quot;Ich komme damit klar.&quot;&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;Ja, das kann er sehen. Welche Zweifel und Zwiespälte sie haben mag, sie kommt damit klar. Bestens sogar. So gut, daß sie ihn mit allen anderen aus dem Raum geschickt hat, kaum daß die Besprechung vorbei war. Weil sie wußte, wie hartnäckig er versuchen würde, ihr ins Gewissen zu reden.&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoBodyText&quot;&gt;&quot;Ich komme damit klar&quot;, wiederholt sie, als spüre sie seine Skepsis. &quot;Womit ich *nicht* klarkomme, ist mich NUTZLOS zu fühlen. Ich bin Diplomatin, Radek. Aber, wie mir klar geworden ist, Diplomatie ist hier von herzlich geringem Stellenwert. Was bringt uns meine Diplomatie? Etwas Obst, etwas Getreide…und sonst nichts. Nichts, was unsere Position gegenüber den Wraith auch bloß minimal verbessert. Wir bleiben im Nachteil, egal wie gut wir uns bewaffnen, egal, wie viele Formulare ich ausfülle oder wie viel Munition die &apos;Dädalus&apos; heranschafft. Was wir brauchen, ist etwas, das die Wraith *uns* fürchten läßt! Ein effektives Druckmittel! Carson hat dieses Etwas gefunden. Ich setze es ein, zu unser aller Nutzen. Und wenn ich etwas schlecht schlafe, weil ich die Entscheidung getroffen und meine Zustimmung gegeben habe, dann sei dem so, ich schlafe besser, als wenn ich Kondolenzbriefe an trauernde Angehörige schreiben muß! Wer weiß, vielleicht schreibe ich den nächsten an Carsons Mutter. Oder an deine Schwester.&quot;&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoBodyText&quot;&gt;Wunderbar.&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoBodyText&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;Rodney jagt ein Sonnensystem in die Luft.&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoBodyText&quot;&gt;Elizabeth legt den Stift aus der Hand und greift zum Schwert.&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoBodyText&quot;&gt;Carson wirft seinen hippokratischen Eid über Bord und entwickelt ein Virus, dessen &apos;Heilkraft&apos; nicht als solche bezeichnet werden kann; Radek fragt sich, wie er nachts wohl schlafen kann oder ob überhaupt.&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;Was wird sein eigener Beitrag zum allgemeinen Wahnsinn sein? Offenbar reicht es nicht aus, daß er halbfertige Nuklearwaffen hat einsatzbereit machen müssen, unter nie gekanntem Zeit- und Verantwortungsdruck. Oder daß er lang ungenutztes – und stets gehaßtes – Wissen bemühen mußte, um Major Lorne zu beweisen, daß er sowohl mit Beretta wie P-90 umgehen kann – &quot;im Ernstfall&quot; – nur damit man ihn in Ruhe läßt. Wenn sie von ihm erwarten, daß er zusätzlich zu seiner normalen Arbeit jedermanns moralischen Kompaß wieder ins Lot bringt, danke, nein, dazu fehlt ihm ehrlich gesagt die Kraft.&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;Inzwischen kann er Colonel Sheppards Abneigung gegen den Iratus-Käfer durchaus verstehen; der Parasit, der das Leben aus Menschen heraussaugt, hat mit dieser Beziehung dasselbe getan. Carsons verdammtes Forschungsprojekt und alles, was damit verbunden ist. Aber selbst wenn sie sich unter anderen Umständen kennen gelernt hätten… Nun, vermutlich wären sie sich ohne besagte Umstände niemals begegnet, all dies wäre soviel einfacher, also kein Grund, über alternative Szenarien nachzugrübeln, die entscheidenden Faktoren auszutauschen....und er findet nicht die richtigen Worte, um seiner Verbitterung Ausdruck zu geben. Sie steht einen knappen Meter entfernt, er bräuchte nur die Hand ausstrecken und sie berühren. Er *will* sie berühren, nur noch ein Mal….nur ist da plötzlich der Alptraum von einer zum Wraith gewordenen Elizabeth, wie sie auf ihn zukommt, eine Hand nach ihm ausgestreckt und ein Hunger in den Augen, der den Tod verspricht.&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&quot;Selbst wenn ich wollte&quot;, fährt sie fort und streicht sich die Haare zurück, die der salzige Wind hartnäckig in ihr Gesicht bläst, &quot;ich könnte meine Entscheidung nicht rückgängig machen.&quot;&lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&quot;Nein?&quot; In einem Tonfall, als erwarte er, daß sie es sich anders überlegt, doch noch einlenkt.&lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&quot;Nein.&quot;&lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&quot;Und was ist, wenn das Experiment ein Fehlschlag ist?&quot;&lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&quot;Unwahrscheinlich.&quot;&lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&quot;Wahrscheinlichkeitsrechnung ist zugegebenermaßen nicht meine Stärke, aber vorzumachen brauchst du mir trotzdem nichts. Was ist, wenn &apos;Michael&apos; nicht das ist, was ihr euch erhofft habt? Oder wenn er alsbald keinen Nutzen mehr hat? Und, nur für den Fall, daß sich ein Wraith nicht so ohne weiteres wieder &apos;auswildern&apos; läßt – könntest du ihn umbringen lassen?&quot; Er hält ihren Blick noch für einen Augenblick lang, dann schlägt er die Augen nieder und zuckt mit den Schultern. &quot;Nein, warte, besser du antwortest nicht…&quot;&lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;Das Retrovirus unterdrückt die nichtmenschlichen Elemente der Wraith-DNS – nur was entfernt es aus ihnen? Radek hat es niemandem gesagt, aber er ist froh, daß die Gentherapie bei ihm nicht angeschlagen hat. Sicher, seinen Alltag würde es ungemein erleichtern, er müßte nicht ständig andere Leute bitten, für ihn &apos;Lichtschalter&apos; zu spielen, doch hat er so ein Gefühl von Normalität und Beständigkeit inmitten dieses Irrsinns. Die Illusion, daß es Dinge gibt, die sich nicht verändern lassen. Man gebe ihm einen Computer, Kaffee, Essen, herausfordernde Arbeit – und das Leben ist gut. Die Verteidigung von Atlantis ist wichtig und er hängt an seinem Leben, weshalb er die beste Arbeit tut, zu der er fähig ist. Genau wie Rodney. Manchmal sogar besser als Rodney. Aber anders als Rodney, der mit Sheppard, diesem Adrenalinjunkie, andere Planeten unsicher macht und ständig von einer Gefahr in die nächste stolpert, als hätte er nie etwas anderes getan, kann er nicht aus seiner Haut. Jedenfalls nicht so komplett. Lagen sie anfangs noch auf einer Wellenlänge, haben sie sich inzwischen weit voneinander entfernt, und sie arbeiten besser zusammen als zuvor, jetzt, wo Rodney gelegentlich einmal zuhört.&lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;Die Entfernung, die er zwischen sich und Elizabeth verspürt, ist eine andere. Sie führt sie alle einen Pfad hinunter, auf dem er ihr nicht guten Gewissens folgen kann. Jedenfalls nicht so, wie er weiß, daß sie es gerne hätte. Nicht mit dem Herzen. Der leichte Regen perlt über seine Brille, verschleiert seine Sicht, also nimmt er die Brille ab, trocknet die Gläser mit dem schon zu durchnässten Jackenärmel. Er setzt sie nicht wieder auf; manchmal ist ein unscharfer Blick auf die Dinge angenehmer. &quot;&lt;i style=&quot;&quot;&gt;Je mi líto, Běto...&lt;/i&gt;&quot;&lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;Der Wind frischt weiter auf und läßt Atlantis’ Lied zu einem Choral anschwellen, der an eine Kathedrale erinnert. Unter ihrer Jacke kriecht eine Gänsehaut über ihren Rücken und ihre Arme, ein Unbehagen, das nur teilweise auf die Kälte des Windes zurückzuführen ist. Es ist die Trauer um etwas, das hätte sein können. Was einst gewesen ist, wenngleich nur für kurze Zeit. Lange genug, um zu verdeutlichen, daß es mehr Schaden als Nutzen bringen würde, wenn sie an dieser Beziehung festhält. Einerseits bewundert sie ihn für seine Stärke, sich von ihr zu distanzieren, nach allem, was sie geteilt haben, und andererseits bedauert sie ihn. Er verdient nicht, was sie ihm angetan hat. &quot;Nein, *mir* tut es leid, Radek.&quot;&lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;Die ruhige Stille, die sie mit Radek immer genossen hat, ist jetzt erzwungen, unbehaglich, voller unausgesprochener Anschuldigungen von gegenseitigem Verrat. Ja, sie hat das Gefühl, ihn verraten zu haben, sein Vertrauen in sie, seine Achtung, und für einen kurzen Moment ist es sogar stärker als ihre Entschlossenheit, das Projekt &apos;Michael&apos; bis zu seinem Ende zu begleiten. Wäre Simon mit nach Atlantis gekommen – er hätte genauso reagiert wie Radek, sie weiß es. Es wäre Simon gewesen, der ihr an jenem Abend den Rücken zuwandte und ging.&lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&quot;Es tut mir leid, Elizabeth, ehrlich leid. Dies ist...deine Entscheidung.&quot;&lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoBodyText&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;Ja, genau, ihre Entscheidung und sie will sich nicht länger dafür verteidigen müssen. Nicht vor Caldwell, nicht vor irgendwelchen Ministern, Präsidenten oder Abgeordneten, dem SGC, General Landry oder der IOA. Nicht vor irgendjemandem.&lt;/p&gt;  &lt;p style=&quot;text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoBodyText&quot;&gt;Vielleicht ist es der Umstand, daß hier jeder Tod ein Einzelschicksal ist, akuter, persönlicher Verlust, der sie an diesen Scheideweg gebracht hat. Ihre Ohnmacht, die Leute, die ihr nahestehen, einen nach dem anderen zu verlieren, wenn ein einzelner, vernichtender Schlag soviel gnädiger wäre. Biologische Kriegsführung fordert viele Opfer, aber die Masse bleibt angenehm anonym. Leichter zu ertragen für das Gewissen. Sie erhascht einen Blick auf seine zusammengepreßten Lippen, bevor er seinen Schuhen mehr Aufmerksamkeit schenkt als ihr, die Arme noch immer defensiv gegen eine unsichtbare Bedrohung verschränkt. Der Gedanke, daß *sie* die Bedrohung sein könnte, sickert durch ihren Hinterkopf wie Säure. Tröpfchenweise. Ätzend. &quot;Ich hatte gehofft...du würdest verstehen.&quot;&lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoBodyText&quot;&gt;Langsam hebt er den Blick und sie glaubt, ihn noch nie so müde gesehen zu haben, nicht einmal nach drei Tagen ohne Schlaf. Dies ist eine andere Art von Müdigkeit. &quot;Das hast du allen Ernstes gehofft, obwohl du wußtest, daß ich nicht stillschweigend zusehen würde, wie du dich zur Richterin über Leben und Tod aufspielst und mit diesem Experiment &lt;b style=&quot;&quot;&gt;de facto&lt;/b&gt; einem ganzen Volk das Recht aberkennst, zu existieren, weil es ja eigentlich nur an einer Krankheit leidet?&quot; Aus seinem Mund klingt das, was eine Anklage hätte sein sollen, einschließlich Urteil, lediglich wie eine nüchterne Feststellung, und die Worte schneiden dadurch umso tiefer. &quot;Was du von mir erwartest, ist nicht Verständnis, Elizabeth. Verständnis kannst du von jedem anderen hier bekommen. Von Colonel Sheppard, von Caldwell...von jedem Mitglied des Militärs, eigentlich...von Kate Heightmeyer. Ich verstehe nur zu gut, &lt;i style=&quot;&quot;&gt;Běto&lt;/i&gt;. Doch das willst du gar nicht. Von mir willst du Vergebung.&quot;&lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoBodyText&quot;&gt;Dem Schweigen, das seinen Worten folgt, entnimmt sie, daß ihre Erwartungen diesbezüglich enttäuscht werden. &quot;Radek...&quot;&lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoBodyText&quot;&gt;Sie hofft auf Vergebung, soviel ist eindeutig. Ein Teil von ihm erfüllt ihr diesen Wunsch bereitwillig, natürlich vergibt er ihr, hat es längst getan, und er möchte das Lächeln wieder sehen, das ihn daran erinnert, weshalb er sich in sie verliebte; ein anderer Teil zögert. Er kann ihr Verhalten nicht billigen, hält es im Tiefsten seines Herzens für falsch, doch ebenso war es bei Rodney, oder? Ein ähnliches Prinzip. Ähnlich. Und eigentlich könnten die Fälle kaum unterschiedlicher sein.&lt;/p&gt;  &lt;p style=&quot;text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoBodyText&quot;&gt;Mit Rodney ist der Streit fachlicher Natur gewesen, zwei unterschiedliche Meinungen, die aufeinander trafen, und Rodney hatte sich durchgesetzt. Nicht auf die fairste und gewiß nicht auf die freundlichste Weise, aber Radek kann mit Niederlagen leben. Weil Rodney Rodney ist, und auch wenn es ihm übel aufgestoßen ist, mit einer aufrichtigen Entschuldigung und einer Woche (mehr hatte er Rodney nicht zumuten wollen) respektvoller Behandlung war es erledigt. Dies jedoch…dies ist keine Auseinandersetzung unter Kollegen, keine Debatte über eine Stelle hinter dem Komma oder einen zu gewagten Versuch, der schlimmstenfalls das Labor in die Luft jagt. Oder ein Sonnensystem. Rodney tut halt nichts in kleinem Maßstab. Und dennoch…einem Freund zu vergeben ist leichter als der Person, die man liebt. &lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoBodyText&quot;&gt;Er seufzt, und man könnte denken, die bislang noch unausgesprochenen Worte bereiteten ihm physische Schmerzen. Und in gewisser Weise ist dem auch so. &quot;Nein, &lt;i style=&quot;&quot;&gt;Běto&lt;/i&gt;, bitte nicht...&quot; Es gibt keine einfache Art, dies zu tun, die Worte klingen in jeder Sprache zu verletzend, zu endgültig. Wo er zuvor befreit atmen konnte, scheint es jetzt nicht genug Luft für sie beide zu geben; Schweigen ist zu einer spürbaren physikalischen Größe geworden, nur ist es eine Größe, mit der er ebenso wenig umgehen kann wie mit der Person, die neben ihm steht.&lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoBodyText&quot;&gt;&quot;Du bist mir wichtig, Elizabeth, mir liegt sehr viel an dir, mehr als gut für mich ist. Du...du hast einmal gesagt, ich sei mutig, all die Dinge zu tun, die mir Angst machen, nur weil sie getan werden müssen. Mutig, mich Tag für Tag gegen Rodney zu behaupten, seine Launen hinzunehmen und ihm dennoch ein Freund zu sein. Mutig, dich zu lieben. Fast wünsche ich mir, du hättest...jemand anderen...&quot; Es klingt hart, in Worte gefaßt, und es ist überhaupt nicht das, was er ausdrücken möchte, deshalb schluckt er den Rest hinunter, führt den Gedankengang nur im Inneren zu Ende. Dies ist das Gespräch, das er nie hat führen wollen, nicht einmal mit sich selbst. Nicht mit ihr.&lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoBodyText&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;Unmöglich zu sagen, ob sie ihn gehört hat, es ist kaum mehr als ein Flüstern gewesen. Jedenfalls bleibt sie ruhig am Geländer stehen, den Blick auf den Horizont gerichtet, wo schwarzer Himmel und schwarze See miteinander verschmelzen. Ganz gleich wie stark der Wind, sie wird sich nur soweit beugen wie unbedingt nötig und Widerstand leisten, solange sie kann. Wunderschöne, starke Elizabeth. &lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoBodyText&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;Ihm ist nicht entgangen, wie eine ganze Reihe Männer sich um einen Platz in Elizabeths Leben bemühen und einen Konkurrenzkampf um jede Minute ihrer Aufmerksamkeit führen, die einen bewußt, die anderen eher unbewußt. Jeder versucht, sich ihr gegenüber in die bestmögliche Position zu manövrieren.&lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoBodyText&quot;&gt;Angefangen bei dem regelmäßigen Schachspielen mit Caldwell; der Mann versucht auf persönlicher Ebene das Territorium zu erobern, das ihm auf professioneller Ebene versagt bleibt, und obwohl Elizabeth es sehen muß, weist sie ihn nicht so in seine Schranken, wie sie es tun könnte. Caldwell… Radek hätte es verstanden. Es wäre nicht von Dauer gewesen und für Caldwell sicherlich nicht mehr als eine Eroberung und Bestätigung seiner Stellung in der Befehlskette – eine *taktische* Liaison, um das zu bekommen, was er wollte, und nicht etwa Elizabeth selbst – aber er hätte es nachvollziehen können. Es hätte seine Meinung von ihr nicht geschmälert.&lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoBodyText&quot;&gt;Ferner ist da diese ungezwungene Kameradschaft mit Lorne. Vom ersten Tag an hatten der Major und Elizabeth einen Rapport, der wenig an Vorgesetzte und Befehlsempfänger erinnerte, jedenfalls weniger ausgeprägt als ihre...reservierte Vertrautheit mit Colonel Sheppard. Und ohne den &apos;erzieherischen&apos; Aspekt. Vielleicht weil sie sich sicher sein kann, daß Lorne ihre Grenzen achtet, ohne darauf hingewiesen zu werden. Elizabeth legt großen Wert auf Grenzen, physische wie emotionale, soviel hat er bereits nach einigen Wochen gewußt.&lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoBodyText&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;Weshalb John Sheppard für sie niemals in Betracht käme; der Mann meint, Regeln seien nur da, um gebrochen oder &quot;passend gemacht&quot; zu werden, und damit ist er die perfekte Ergänzung zu Rodney. Gleich und gleich. Eigentlich hätte Sheppard intervenieren müssen, nur ist das wohl zuviel erwartet von jemandem, der von Anfang an schon das Extrem gewesen ist, zu dem Elizabeth sich hin entwickelt: vorwärts, vorwärts, und nicht zurückschauen. Somit hatte Sheppard die radikale Entscheidung vermutlich begrüßt. Aus Sheppard wird Radek nie schlau werden, will es auch gar nicht; Sheppard ist Rodneys Problem, die beiden verdienen einander!&lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoBodyText&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;Oder Ronon. Außerhalb aller Konkurrenz. Bei ihm schwach zu werden wäre mehr als nur menschlich, warum also läßt sich Elizabeth mit einem Wissenschaftler ein, dazu noch mit einem, der alles andere ist als ein Adonis?&lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoBodyText&quot;&gt;Zuguterletzt Peter Grodin. Squash und Bridge. Wie sie sich kennen gelernt haben, hat er nie erfahren, nur daß es Jahre vor Elizabeths Ernennung durch den U.S.-Präsidenten gewesen ist. Über irgendeinen gemeinsamen Freund. Ein Ärger, den er in sich noch niemals wahrgenommen hat, klettert in seiner Brust nach oben, jeder Zentimeter in Richtung Hals begleitet von dem Impuls sich entweder zu übergeben oder laut zu schreien.&lt;/p&gt;  &lt;p style=&quot;text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoBodyText&quot;&gt;Es ist ein Gefühl, das ihm so fremd ist, daß er einen Moment braucht, um ihm einen Namen zu geben. Eifersucht. Posthum.&lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoBodyText&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;Ja, er hat Eifersucht gegenüber Peter Grodin verspürt, dafür, daß dieser Tag für Tag so eng mit Elizabeth zusammenarbeitet. Zusammengearbeitet hat. Peter, stets freundlich und hilfsbereit, ein kompetenter und geduldiger Kollege, dessen Verlust auch die seither vergangene Zeit nicht weniger schmerzhaft macht. Gutaussehend obendrein. Allein aufgrund seiner Tätigkeit im Kontrollraum war Peter immer der logische Ansprechpartner für Elizabeth gewesen, die Person, die sie um Rat fragte, ihr erster und schonungslosester Kritiker in Situationen, in denen sie den Kopf zu voll hatte, als daß sie eine vernünftige Entscheidung treffen könnte. Peter war immer dort, wo – wie er nach und nach festgestellt hat – er selbst sein wollte. In Elizabeths Nähe, ein essentieller Teil ihres Alltags. Und im Nachhinein schämt er sich für diese kleinliche Rivalität, nicht nur, weil sie unbegründet war – und ist – und weder Elizabeth noch Peter seine Mißgunst verdient haben, sondern weil es ihm unter den gegebenen Umständen anmaßend erscheint. Es ist vorbei. Peter ist tot, und Elizabeth…nun...&lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoBodyText&quot;&gt;Sie braucht Freunde dringender als Liebhaber, nur nachdem er Letzteres gewesen ist, hat er seine Zweifel, daß er wieder zu Ersterem zurückkehren kann, zu der erwartungsvollen Bewunderung, in der etwas gelegen hatte, das verloren ging, als aus Wunsch Realität wurde: Hoffnung, immer eine Silbe, ein Zögern, von den Tatsachen entfernt.&lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoBodyText&quot;&gt;Mehr und mehr ist er davon überzeugt, daß er ihr ein besserer Ratgeber hätte sein können, wenn er nicht in einem Moment von uncharakteristischer Waghalsigkeit – gemischt mit einer Dosis Fatalismus – nach den Sternen gegriffen hätte. Bis zu jenem Abend hatte er sie immer nur verstohlen anschauen und diesem...&apos;Absolut&apos; in ihrer aufrechten Haltung begegnen müssen, damit sich sein Mut, jegliche Absicht zu sprechen, im Wind verlor. Es hat ihn ebenso mit Stolz erfüllt wie mit Ehrfurcht. Elizabeth. Keiner von ihnen hat das geschafft, was er geschafft hat. Nicht Colonel Caldwell, nicht Ronon, nicht Major Lorne und nicht Peter.&lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoBodyText&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;Peter hätte sie wohlmöglich von dieser Einbahnstraße abbringen können, dessen ist er sich sicher. Zumindest ist der Gedanke wohltuend. Peter hätte mit ihr zu reden gewußt; er selbst kann es nicht. Nicht mehr. Gut möglich, daß er es überhaupt nie gekonnt hat und diese Annahme ein weiterer Irrtum ist. Daß er Elizabeth bereits verloren hatte, bevor diese Tragödie ihren Anfang nahm.&lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoBodyText&quot;&gt;Peter war nicht mehr dagewesen, als Elizabeth ihr Einverständnis gab, Kavanagh durch Ronon foltern zu lassen, und Radek – dank Rodneys Delegationskünsten – ebenfalls nicht. Verärgert wie er darüber ist, daß er stets anderweitig beschäftigt ist, wenn sich die Situation zuspitzt und sie ihn brauchen könnte, wenngleich ein Wort, eine Bitte um Hilfe, ausreichen würde, um das zu ändern, gibt er sich nicht der Illusion hin, daß die Ereignisse in diesem – oder einem anderen Fall – anders verlaufen wären.&lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoBodyText&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;Tatsache ist, seine Meinung ist offenbar erst im Nachhinein wichtig. &lt;i style=&quot;&quot;&gt;Faits accomplis&lt;/i&gt; – läßt sich so ihre Beziehung zusammenfassen? Elizabeth trifft die Entscheidungen und er hat gefälligst den Mund zu halten?&lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoBodyText&quot;&gt;Aus der Bewegung, mit der er sich zu ihr hindreht, sprechen Trotz und verletzter Stolz, Gefühle, die dicht unter der Oberfläche schwelen, Gefühle, denen er nicht freien Lauf lassen wird, denn er hat schließlich auch eine Entscheidung getroffen, nämlich Elizabeth gehen zu lassen, wenn es soweit ist. Große Chancen hat er sich nie ausgerechnet, hätte sie ihn abgewiesen, wäre er zufrieden gewesen, nur in ihrer Nähe sein zu können. Stattdessen…sechs Monate und er hatte schon nach der Hälfte der Zeit gewußt beziehungsweise geahnt, daß der Preis für die Intimität eben deren Verlust sein würde. Daß es ein Fehler war. Im Grunde ein wunderbarer Fehler, denn Elizabeth ist nach wie vor eine wunderbare Frau. Nur ist sie jetzt auch noch etwas anderes.&lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoBodyText&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;Und diese Elizabeth macht ihm Angst.&lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoBodyText&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;&quot;War ich die *sichere* Wahl?&quot; fragt er; für einen Moment spricht das Herz und nicht der Verstand, und er stellt die einzige Frage, zu der er fähig ist. &quot;Jemand, der keine Forderungen stellt, dich nicht herausfordert, dem du nichts zu beweisen hast…&quot; Die Antwort ist so offensichtlich wie irrelevant. Bei jedem anderen hätte sie Zugeständnisse machen müssen, sei es an Autorität, Stolz, oder anderen ihr wichtigen Dingen. Mit ihm – durch ihn – hat sie an allem festhalten können. Wofür?&lt;/p&gt;  &lt;p style=&quot;text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoBodyText&quot;&gt;Ansprachen und große Rhetorik liegen ihm eigentlich nicht, nur läßt der Zeitpunkt nichts anderes zu. &quot;Ich habe niemals versucht, meine Gefühle zu erklären oder das Warum und Wieso zu ergründen...der Fluch eines jeden Wissenschaftlers, in erster Linie logische Schlußfolgerungen und Ergebnisse finden zu wollen, für alles.... Ein Fehler, den ich kein zweites Mal machen wollte.&quot; Das erste Mal ist schmerzhaft genug gewesen. &quot;Als ich merkte, was ich für dich empfinde...daß da mehr ist...sein könnte...war es etwas Gutes. Ich habe es geschehen lassen, es fühlte sich richtig an. Für mich zählte das Gefühl an sich, ohne es an oberflächlichen Dingen festmachen zu wollen. Davon gab es zu viele...und doch letztendlich nur einen Grund. Der völlig ausreichte.&quot;&lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoBodyText&quot;&gt;_Mir auch,_ will sie sagen, doch die Worte verlieren sich zwischen Herz und Zunge.&lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoBodyText&quot;&gt;_Ich habe an dich geglaubt,_ will er hinzufügen, doch sind Worte viel zu banal für den Schmerz, von dem er sich mit jedem Tag weiter distanziert, eine emotionale Sisyphusarbeit. Aber es ist nötig. &quot;Also…das war es nun…für uns…&quot;&lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoBodyText&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;Zu mehr als einem Nicken ist sie nicht in der Lage; sie fühlt sich, als würde der Himmel, die ganze graue Wolkenmasse, auf ihren Schultern lasten. Dann, abrupt, als könnte sie ihn ertappen, einen Rest dessen erhaschen, was einst selbstverständlich gewesen ist, wendet sie sich ihm zu. Sie kann sehen, daß er noch viel mehr sagen will, und wo sie zuerst gedacht hat, daß er die Worte nicht kenne, begreift sie jetzt, daß sie sich lediglich nicht anwenden lassen. Keine Sprache ist dieser Situation gewachsen. &quot;Es ist eine Sache, Radek, hinter einem Prinzip zu stehen. Eine andere ist es, sich dahinter zu verstecken.&quot; Wie zur Betonung ihrer Worte zucken Blitze über den Horizont, gefolgt von rollendem Donner, noch weit entfernt.&lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoBodyText&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;In seinen Augen leuchtet für einen Augenblick etwas auf, was sie noch nie zuvor wahrgenommen hat. Zorn. Vermischt mit Respekt und Liebe, aber nichtsdestotrotz Zorn. &quot;Dann bin ich halt feige, na und? Ich stehe dazu ebenso sehr wie zu meinen Prinzipien. Mit diesem Experiment, mit Michael…&quot; Von Zorn ist schon nichts mehr zu sehen, was bleibt, ist Mitleid. &quot;Du hast etwas geopfert, Elizabeth, für Atlantis, für uns alle. Einen Teil von dir. Du warst überzeugt, dein Opfer wäre die Sache wert. Das war es nicht. Es war jener Teil, den ich...&quot;&lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoBodyText&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;Gern wäre sie taub und blind, nur um nicht zu hören, was ohnehin ungesagt bleibt, zu sehen, wie er…aufgibt. Ganz gleich wie der Kampf mit den Wraith ausgeht, er sieht den Kampf um sie als verloren. &quot;Ich verstehe.&quot;&lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoBodyText&quot;&gt;&quot;Und falls du befürchtest, ich würde Atlantis verlassen, kann ich dich beruhigen. Ich werde nicht gehen.&quot; Kündigungen aus Gründen wie einem angekratzten Ego und den Sturz ins eigene Schwert überläßt er Rodney, auch wenn er zeitweilig mit dem Gedanken gespielt hat. Zumindest dahingehend kann er noch Mut zeigen, denn es ist der Feigling, der das Feld räumt. Der Held ist derjenige, der bleibt.&lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&quot;Das beruhigt mich.&quot; Die einfachere der beiden Fragen ist gestellt, nun zu der anderen, dem sprichwörtlichen zweiten Schuh. Sie schluckt zweimal, räuspert sich, und sagt, &quot;Noch etwas... Es könnte der Punkt kommen, an dem sich das Projekt nicht länger nur auf Carsons Fachbereich beschränkt.&quot; Wenn er weiß, worauf sie hinaus will, läßt er es sich nicht anmerken. &quot;Kann ich mich darauf verlassen, daß du die Bemühungen nach bestem Können unterstützt?&quot;&lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;Mitten in der Bewegung, sich abermals die Brille abzunehmen, hält er inne, läßt die Unterarme zurück auf die Brüstung sinken. Die Regenspur, die er eben noch hat fortwischen wollen, sieht aus wie Tränen. &quot;Die Frage ist unnötig.&quot;&lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;Ja, das ist sie, und jetzt, da sie sie gestellt hat, wünscht sie, sie könnte sie zurücknehmen. &quot;Verzeihung.&quot; Ihr Lächeln wird erwidert, wenngleich eher wehmütig. &quot;Es war ein langer Tag…ich bin müder, als ich dachte.&quot; Atlantis verändert uns alle, hat sie einst gesagt, nur hatte sie damals nicht ahnen können wie sehr. Oder wie schnell. Sie mag sich nicht ausmalen, wie wohl die Lage wäre, wenn sie noch immer von der Erde abgeschnitten und vollkommen auf sich allein gestellt wären. Wie verzweifelt sie sein würden, wie entschlossen und wozu.&lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&quot;Warten wir doch ab, was das Experiment ergibt. Michael könnte ein Erfolg sein und wir hätten endlich eine wirksame Waffe. Keine mühsamen Verteidigungskämpfe mehr, kein Betteln bei unseren Nachbarn, kein Bombenbauen in ständiger Angst, daß die Drohnen nicht ausreichen werden. Radek, die Selbstzerstörung der Stadt wäre nur noch eine letzte Notlösung…&quot; Wem will sie etwas einreden, ihm oder sich selbst? Egal, es wird nichts ändern. Sie denkt an die Uhr in ihrer Schreibtischschublade, das reglose Zifferblatt die gleiche stumme Anklage wie Radeks Schweigen, und, Gott, was möchte sie die Zeit zurückdrehen. Ein Jahr, zwei Jahre… Vielleicht existiert irgendwo in Atlantis noch eine Zeitmaschine jener Art, die sie – eine andere &apos;sie&apos; – 10.000 Jahre in die Vergangenheit reisen ließ. Doch bis diese gefunden ist, wird sie die Konsequenzen ihrer Handlungen tragen müssen, Michael eingeschlossen.&lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoBodyText&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;&quot;Es wird nicht gutgehen. Es *kann* nicht gutgehen. Aber...&lt;i style=&quot;&quot;&gt;je jedno. Uvidíme. Bude jít do kopru...&lt;/i&gt;&quot; Mit einem Schulterzucken wendet er sich zum Gehen. Allerdings hält ihn noch etwas zurück. Etwas...und dann nichts mehr. Vielleicht hat sie letzten Endes doch Recht. Vielleicht mußte diese Entscheidung getroffen werden und vielleicht ist sie die einzige Person, die diese Entscheidung hat treffen können. Vielleicht, vielleicht, vielleicht… &quot;Warten wir ab. Wegen meiner Sachen&quot;, wechselt er abrupt das Thema. &quot;Wann wäre es dir recht?&quot;&lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoBodyText&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;&quot;Gleich morgen früh? 0800, vor dem Meeting?&quot;&lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&quot;Ich werde da sein. Gute Nacht, Elizabeth.&quot;&lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-align: justify; text-indent: 13.5pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;Sie hat eine Entscheidung getroffen und als Folge davon ihn zu einer gedrängt. Und vielleicht stellen sich beide Entscheidungen als falsch heraus, doch für den Moment sind die Alternativen nicht erkennbar. Deshalb macht sie keine Anstalten, ihn zurückzuhalten, als er geht und sie auf dem Balkon zurückläßt.&lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;Allein mit dem Wind und dem Lied von Atlantis.&lt;/p&gt;      &lt;p style=&quot;text-align: justify;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;&lt;br /&gt;&lt;span lang=&quot;EN-GB&quot; style=&quot;&quot;&gt;FINIS&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;&lt;p style=&quot;text-align: justify;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;span lang=&quot;EN-GB&quot; style=&quot;&quot;&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;</description>
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  <pubDate>Wed, 21 May 2008 10:48:23 GMT</pubDate>
  <title>Rubicon (SGA, W/Z, PG) 1/2</title>
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  <description>&lt;span lang=&quot;EN-GB&quot; style=&quot;&quot;&gt;&lt;font size=&quot;3&quot;&gt;&lt;b&gt;&quot;Rubicon&quot;&lt;/b&gt;&lt;/font&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;span lang=&quot;EN-GB&quot; style=&quot;&quot;&gt;von Jimaine&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;    &lt;p style=&quot;text-align: justify;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;span lang=&quot;EN-GB&quot; style=&quot;&quot;&gt;&lt;b&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;Fa&lt;/o:p&gt;ndom: &lt;/b&gt;SGA&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p style=&quot;text-align: justify;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;span lang=&quot;EN-GB&quot; style=&quot;&quot;&gt;&lt;b&gt;Rating: &lt;/b&gt;G&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p style=&quot;text-align: justify;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;span lang=&quot;EN-GB&quot; style=&quot;&quot;&gt;&lt;b&gt;Pairing&lt;/b&gt;: W/Z (kind of )&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;      &lt;p style=&quot;text-align: justify;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;span lang=&quot;EN-GB&quot; style=&quot;&quot;&gt;&lt;b&gt;Zusammenfassung:&lt;/b&gt; Where she leads, he can’t follow.&lt;o:p&gt;&lt;br /&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Angesiedelt unmittelbar nach &quot;Coup D&apos;Etat&quot; und vor 2x18 &quot;Michael&quot;, ergo: Spoiler für alles davor und auch die Folge selbst, nach der ich immer das Gefühl habe, mir die Zähne putzen zu müssen, so übel ist der Geschmack, den sie hinterläßt. Feedback? Bitte. Die Musen haben es sich verdient!&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-align: justify;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;b&gt;Author&apos;s Notes: &lt;/b&gt;Hey, da schwelgte ich schon mal in den kitschigsten Ship-Fantasien meines ganzen bisherigen Lebens, schmolz bei jeder gemeinsamen Szene förmlich dahin wie Butter in der Sonne – und dann scheint man Elizabeth (und andere Charaktere auch) einer Gehirnwäsche unterzogen oder das Prozac abgesetzt zu haben, *denn*: die zweite Hälfte der 2. Staffel ist die Frau doch nicht mehr echt, oder? Jedenfalls reagierte eine andere Muse mit plötzlicher Unterkühlung. Samozřejmě. Wer kann bei solch &lt;s&gt;idiotischem&lt;/s&gt; Verhalten den Mund halten? Nachteil: Besagte Muse redet kein Englisch mehr mit mir.&amp;nbsp; Milost, Radku! Učím se češtinu, ale není lehký jazyk! Wenn es wenigstens eine Untertitelfunktion gäbe… Ansonsten: Eine Textzeile habe ich mir von &quot;Veronica Mars&quot; entliehen. Kenner werden sie erkennen. Paßte einfach zu gut… Mood music: &quot;Bed of Lies&quot; – Matchbox 20&lt;/p&gt;  &lt;p style=&quot;text-align: justify;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;b&gt;Beta:&lt;/b&gt; The Magnificent One (aka &lt;a href=&quot;http://magnifica7.livejournal.com/profile&quot;&gt;&lt;img width=&quot;17&quot; height=&quot;17&quot; style=&quot;border: 0pt none ; vertical-align: bottom;&quot; alt=&quot;[info]&quot; src=&quot;http://stat.livejournal.com/img/userinfo.gif&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;a href=&quot;http://magnifica7.livejournal.com/&quot;&gt;&lt;b&gt;magnifica7&lt;/b&gt;&lt;/a&gt;&amp;nbsp; /Birgitt) in zwei kompletten Spülgängen. Ewige Dankbarkeit!&lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-align: justify;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;b&gt;Disclaimer: &lt;/b&gt;Stargate und Stargate: Atlantis gehören MGM/Gekko Film/Double Secrets Productions bzw. MGM/ACME Shark und nicht mir, auch wenn ich gerne in besagtem Sandkasten spiele und mir meine Gedanken dazu mache. Ich verdiene nichts mit dem Geschreibsel, dabei sind Musen wirklich nicht billig im Unterhalt, und will erst recht nicht irgend jemandes Rechte verletzen. Für IP-Anwälte zu arbeiten fördert die Paranoia...&lt;span style=&quot;font-size: 13pt; font-family: &amp;quot;Lucida Grande&amp;quot;; color: black;&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p style=&quot;text-align: justify;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;br /&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p align=&quot;center&quot; style=&quot;text-align: justify;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; *******&lt;o:p&gt;&lt;br /&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/p&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;a name=&quot;cutid1&quot;&gt;&lt;/a&gt;&lt;div class=&quot;ljcut&quot; text=&quot;Aleae jactae sunt&quot;&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;Atlantis singt.&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;Für jene mit dem ATA-Gen war es von Anfang an hör- wie spürbar, als lang ruhende Systeme in ihrer Gegenwart erwachten und jede Berührung einer Konsole, das Betreten eines Raumes eine zusätzliche Note zu dem Lied hinzufügten. &lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;Nicht lange nach der Ankunft der Expedition in Atlantis ist ihnen aufgefallen, wie der Wind, der hier inmitten des Ozeans allgegenwärtig ist, bei seinem Streichen um die eleganten Türme mit ihren – nach menschlichem Empfinden – manchmal fremdartig gestalteten Balkons, Bögen und Pfeilern kein gewöhnliches Rauschen produziert. Es erinnert an eine Panflöte unterlegt von einem weit entfernten Windspiel, niemals unangenehm, sondern eine akustische Ergänzung des ästhetischen Bildes der Stadt. Mal ist es nur ein Flüstern, ein melodisches Summen, das steigt und fällt, an anderen Tagen ein vielstimmiges Brausen. Nach spätestens einem Monat hat jeder in der Symphonie sein eigenes Thema entdeckt, das zu einem ständigen Begleiter wird, und an das sie so gewohnt sind, daß sein Fehlen Befremdung auslöst; verhältnismäßig wenige nutzen die Gelegenheit zur Heimreise, die ihnen die &apos;Dädalus&apos; bietet.&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;    &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;Als passe sich die Stadt der gedrückten Stimmung an, ist das Lied dieser Tage melancholischer.&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;Hier unten in dem geschützten Bereich, der seit ihrer Ankunft als Krankenstation dient, kann man es bereits nicht mehr hören. Die Geräusche hier sind anderer Natur, künstlich, und doch nicht minder normal. Ebenso die Gerüche. Desinfektionsmittel. Latex. Plastik. Carsons Tasse Darjeeling neben dem Keyboard. &lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;Elizabeth Weir läßt die Rückenlehne des Stuhls vor sich los und richtet sich auf, noch unschlüssig, ob das hohle Gefühl in ihrem Bauch lediglich Hunger ist oder schon Übelkeit, beides würde durchaus Sinn machen. Ihr Rücken schmerzt und sie weiß nicht, wann sie das letzte Mal gegessen hat. Oder was. Es spielt auch keine Rolle, verglichen mit anderen Dingen. In der Messe herrscht, wie in allen Gemeinschaftsbereichen, ungeachtet der Tageszeit eine angespannte Atmosphäre, und angespannt wird zu unangenehm, sobald sie zugegen ist. Wo noch vor einem Monat niemand ihre Gesellschaft gemieden hat und in ihrem Büro ein ständiges Kommen und Gehen herrschte, sind die einzigen, die sich zu ihr setzen, während der Rest nach einer anderen Beschäftigung sucht, Angehörige des Militärs.&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;&quot;Wann wird er das Bewußtsein wiedererlangen?&quot; fragt sie mit einer Handbewegung in Richtung des Bildschirms, auf den sie seit fast einer Stunde ihre ganze Aufmerksamkeit gerichtet hat. &quot;Morgen?&quot; &lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;Vor ihr, in dem Drehstuhl, reagiert Carson Beckett zunächst mit einem Schulterzucken und dann mit einem Seufzer, bevor er antwortet. &quot;Ich weiß es nicht. Sie dürfen nicht vergessen, sein Körper hat einen extremen Schock erlitten. Die Transformation ist abgeschlossen, sein Zustand ist stabil, alle Werte weitestgehend normal. Meine Prognose bewegt sich zwischen morgen und in einer Woche.&quot;&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&quot;Aber ansonsten entspricht das Resultat den Erwartungen? Er ist ein Mensch?&quot;&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&quot;Elizabeth...&quot; Carson ist anzuhören, daß er mit einer ehrlichen Antwort kämpft. Seine Stimme hat diesen gewissen Einschlag, wie immer, wenn er ihr etwas sagen will, das sie eigentlich nicht hören möchte, und dabei ist er nicht der einzige. &quot;Nein. Er ist kein Mensch. Mensch*licher* höchstens, doch genetisch ist und bleibt er Wraith. Das Retrovirus unterdrückt die Elemente seiner DNS, die von dem Iratus-Käfer stammen. Betonung auf *unterdrückt*. Es hat sie nicht entfernt. Er wird tägliche Injektionen des Virus benötigen. Die Fähigkeit der Wraith zur Regeneration macht die Sache zusätzlich kompliziert. Setzen wir auch nur für einen Tag aus, gewinnt sein überaus aggressives Immunsystem die Oberhand und neutralisiert alle nicht-körpereigenen Substanzen. Einschließlich der veränderten Zellen. Die von uns deaktivierten DNS-Bausteine werden reaktiviert, nehmen ihre Arbeit wieder auf und der gesamte Prozeß wird umgekehrt. Und das womöglich innerhalb weniger Stunden, weit schneller als das Virus gebraucht hat. Weshalb wir&quot;, seine Geste gilt teils dem Monitor, teils dem fraglichen Patienten, &quot;genaugenommen für jede Stunde dankbar sind, die er ohne Bewußtsein ist, denn das erlaubt uns, die Wirkung der Dosierung zu beobachten und besser anzupassen.&quot;&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;&quot;Unterdrückte DNS.&quot; In ihrem Kopf spielt sich der Transformationsprozeß wieder und wieder ab, es ist das erste, woran sie denkt, wenn sie morgens aufwacht, und der letzte Gedanke, mit dem sie einschläft; die Schmerzensschreie, die verbissenen Bemühungen von Sheppard, Ronon und zwei MTAs, den Wraith auf der Liege festzuhalten, die schrille Kakophonie der Instrumente, über die Carson versucht, sich Gehör zu verschaffen, als die Situation eskaliert. Jetzt hat der Film eine neue Variante: rückwärts. Er wird dadurch nicht angenehmer. Ganz gleich wie sich die irdische Filmindustrie bemüht, Horrorfilme so schockierend-real wie möglich zu machen, gegen die Ereignisse der letzten zwei Jahre verblassen sie alle zu billigen Popcornstreifen.&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&quot;Ja. Eine komplette Neutralisierung der Käfer-Elemente ist leider nicht möglich, ohne das Testsubjekt zu töten.&quot; Carson wirkt etwas hilflos mit dieser Erklärung. In seinen Theorien hatte er diesen Effekt immer vermieden, schließlich war die Absicht gewesen, einen lebenden Patienten zu haben. &quot;Letaler systemischer Schock. Er würde nicht überleben.&quot; Auch mit der Technologie der Antiker wäre es ihm nicht möglich, die fraglichen DNS-Teile auf einmal und permanent aus dem genetischen Code einer Person zu entfernen. Selbst bei den Asgard, so hat er nach eingehender Rücksprache mit Hermiod erfahren, führt der einzig verfügbare Umweg über Klonen in mehreren Phasen. &quot;Also müssen wir uns damit begnügen, die veränderte DNS Tag für Tag aufs Neue zu stabilisieren und zu hoffen, daß er keine Resistenz entwickelt. Ich will ehrlich sein: Tachyphylaxie stellt ein ernstzunehmendes Risiko dar. Keiner unserer bisherigen Tests hat sich auf die langfristigen Komplikationen konzentriert, dafür hatten wir einfach keine Zeit, und sie lassen sich leider nicht mit einzelnen Zellkulturen unter dem Mikroskop simulieren.&quot;&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&quot;Wie...&quot; Ihr Unbehagen mit der getroffenen Entscheidung, von der sie nicht mehr zurücktreten kann, gewinnt für einen Moment die Oberhand. Zwar hat die IOA das Experiment abgesegnet, doch weiß sie, wie rasch Politiker ihre Meinung &apos;rückwirkend&apos; ändern können. Nicht für eine Sekunde zweifelt sie daran, daß sie in absehbarer Zukunft Rede und Antwort stehen muß. Mit etwas Glück bleibt ihr bis dahin genug Zeit, um überzeugende Argumente zu haben, die ein &apos;Außenstehender&apos; nachvollziehen kann. Als ob das möglich wäre. Verflucht, *sie* kann es kaum noch! &quot;Wie werden wir diese täglichen Injektionen unserem Patienten verkaufen?&quot; &lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&quot;Ich habe mir diesbezüglich schon Gedanken gemacht.&quot; Ein Mausklick bringt ein anderes Programmfenster in den Vordergrund, und sie beugt sich etwas vor, um den Text lesen zu können. Der Fachjargon bereitet ihr keine Probleme, sie hat nicht umsonst jahrelang mit einem Arzt zusammengelebt. &quot;Diabetes. Insulin ist ein guter Vorwand. Er wird nicht der einzige sein, wir haben bereits einige Diabetiker hier. Dr. Sikes aus der Biochemie, Sergeant Campbell, Corporal Devlin...&quot;&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&quot;Klingt gut. Ich bin dafür.&quot; &lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;&quot;Die Frage ist, wie lange wir damit durchkommen, bis er mißtrauisch wird.&quot;&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;&quot;Wieso sollte er?&quot;&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&quot;Ich weiß nicht...es hängt zuviel von unserer kollektiven Fähigkeit zu lügen ab. Ich weiß, daß ich kein Talent zur Schauspielerei habe. Einigen anderen geht es mit Sicherheit genauso. Ein falsches Wort zur falschen Zeit, eine Frage, auf die wir keine Antwort vorbereitet haben...der Teufel steckt bekanntlich im Detail. Sobald er diese Krankenstation verläßt, überlassen wir sehr viel dem Zufall, und je mehr Kontakt er zu anderen Personen hat, desto unkontrollierter wird das Experiment.&quot;&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&quot;Es ist ein Anfang. Wir kümmern uns um die Probleme, wenn sie auftreten.&quot; Den Blick, den sie als Antwort bekommt, bevor er sich wieder dem Bildschirm zuwendet und sich , wie alle Viertelstunde, vergewissert, daß die Vitalwerte seines Patienten normal sind, kennt sie schon zu gut, kann ihn problemlos deuten. Insgeheim, so vermutet sie, wünscht er sich, niemals mit der Entwicklung des Retrovirus begonnen zu haben. Das Wissen, was Schuldgefühle aus Menschen machen können, macht ihre Position als diejenige, die verständnisvolle Worte für jeden unter ihrer Führung haben sollte, nicht angenehmer. Weil sie eine Frau ist, wird es doppelt erwartet. Niemand würde derartige Erwartungen an Colonel Caldwell stellen; der militärische Führungsstil tut ein Übriges. Hier und jetzt ist sie versucht, ihren Stuhl zu räumen und die Verantwortung und auch die Schuldgefühle auf ihn abzuwälzen. Soll doch Caldwell – Steven, darauf besteht er neuerdings – die schlaflosen Nächte erleben, die bürokratische Monotonie, die Berichte, gerne auch die Panikattacken, von denen nur zwei Personen wissen. Steven würden Carsons Gewissensbisse kalt lassen, nur ein Absatz in einem flüchtig gelesenen Memo, bevor er sich mit wichtigeren Dingen befaßt. Also liegt es an ihr, ihren Chefmediziner wieder aufzubauen. Sie hofft nur, daß Carson stärker ist als die Schuld und sich irgendwann selbst vergibt.&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;Wenn er es geschafft hat, kann er ihr gerne verraten wie.&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&quot;Elizabeth, vielleicht hätten wir die Sache doch besser durchdenken sollen…&quot;&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; class=&quot;MsoBodyTextIndent&quot;&gt;&quot;Wir waren uns einig, Carson, daß wir *Resultate* brauchen.&quot; Ein deutlicheres Resultat als den Mann, der an mehrere Monitore angeschlossen im Isolationsraum liegt, kann es kaum geben. &quot;Wir schaffen das. Ich habe vollstes Vertrauen in Sie.&quot;&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;Lieber schweigt er als ihr zuzustimmen oder zu widersprechen. Durch die Stille dringt nur das Piepen der Monitore jenseits der Glasscheibe, nervenaufreibend regelmäßig, und schließlich greift Carson abermals nach der Maus und deaktiviert die Audiospur der Computerübertragung. Die Bewegung ist aggressiv und für ihn deshalb umso unnatürlicher, genug um Elizabeth einen Schritt zurück machen zu lassen, nur einen Schritt, mehr nicht. Ihm wäre es lieber, sie ließe ihn ganz alleine, und er würde sie darum bitten, wenn er nicht wüßte, daß sie die Gesellschaft aus dem gleichen Grund sucht, wie er sie vermeiden möchte. Einerseits will er sich umdrehen und ihr ins Gesicht sehen, wenn er mit ihr spricht, doch gleichzeitig kann er sich nicht dazu überwinden. Es wäre eine zu große Versuchung, die Gedanken auszusprechen, die ihm nachts den Schlaf rauben und das völlig verdient, denn offenbar hat er Pernas letzte Worte beherzigt und Frieden mit dem geschlossen, was er &quot;für&quot; ihr Volk getan hat. So sehr Frieden geschlossen, daß er erst merkte, was er tat – das, was getan werden mußte –, als es zu spät war. Vielleicht hat er die Parallelen zu damals auch nur nicht sehen wollen. &apos;Damals&apos;…als wenn es Jahrhunderte her wäre statt nur ein Jahr. Es hat schon einen Grund, weshalb es auf der Erde regulierende Organe für medizinische Erstversuche gibt. Wenn er sich vor keiner Regierungsbehörde und keinem Amt rechtfertigen muß, sondern nur allein seine Einschätzung von Bedeutung ist, kann ein Mediziner es noch so gut meinen, noch so sehr an das glauben, was er tut, früher oder später geht er den entscheidenden Schritt zu weit. Jetzt muß er lernen, damit zu leben.&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;Alles Dinge, mit denen er Elizabeth nicht zu konfrontieren braucht, sie hat zweifellos mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen. So wendet er sich zur Seite und stützt die Ellbogen auf die Knie, starrt durch die transparente Scheibe in den Isolationsraum hinunter auf sein gelungenes Experiment, das sich anfühlt wie ein kolossaler Fehlschlag. In den Schatten außerhalb des Lichtkreises um die Krankenliege steht die von Colonel Sheppard abgestellte Sicherheitseskorte. Leydecker, Perez, Martineau. Drei Marines für einen &quot;Ex&quot;-Wraith. Grundsätzlich mißfällt Carson der Anblick von Schußwaffen – jeglicher Art von Waffen – in seiner Krankenstation, doch heute geben ihm die drei Männer, die sich seit Stunden kaum gerührt haben, nicht mal blinzeln und ihre Waffen mit spielerischer Leichtigkeit tragen, als würden sie nichts wiegen – aus eigener Erfahrung weiß er es besser – ein gewisses Gefühl der Sicherheit. &quot;Eine Rasur wäre angebracht…die erste seines Lebens. Und ein Haarschnitt…&quot; Hier kann er ein Gähnen nicht unterdrücken und reibt sich ausgiebig die Augen, bevor er einen Schluck Tee nimmt und anschließend nochmals gähnt. Lange wird er nicht mehr so weitermachen können.&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&quot;Was ist mit seinem Erinnerungsvermögen?&quot;&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;&quot;Ich bin kein Gehirnchirurg oder Neurologe. Ich vertraue Dr. Biro, wenn sie sagt, daß das Retrovirus in der verabreichten Dosierung durch die neurophysiologischen Veränderungen eine 80 wenn nicht sogar 100%-ige Amnesie bewirkt. Dr. Masefield teilt diese Ansicht, also können wir optimistisch sein.&quot; Auf sich selbst will er diese Aussage offenbar nicht anwenden.&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;Elizabeth runzelt die Stirn und sagt nichts. Streß und Anspannung haben ihre Spuren hinterlassen; während der letzten Wochen hat sein Gesicht an Fülle verloren, die Wangenknochen sind ausgeprägter. Nur selten sieht man ihn noch lächeln, oder hört ein Lachen von ihm. Aber die größte Veränderung ist seine Stimme. Kühler. Distanzierter. Mechanisch. Und er braucht nicht zu reden, um durchscheinen zu lassen, daß Schlafmangel seine geringste Sorge ist. Sie weiß sehr wohl, daß er seinerzeit als einer der ersten Kate Heightmeyer in professioneller Kapazität aufgesucht hat, in den letzten Monaten war er mindestens einmal pro Woche bei ihr, und sie fragt sich, ob es ausreicht, in Carsons Fall wie auch in allen anderen. Kate hat inzwischen schon drei Kollegen, die sie unterstützen.&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;Nichtsdestotrotz ist Carson eine der stabilsten Persönlichkeiten, denen sie je begegnet ist, weshalb sie das, was sie sieht, zutiefst beunruhigt. Nicht zum ersten Mal fragt sie sich, ob man ihm mit dieser Mission einen Gefallen getan hat; Atlantis muß für Carson um so vieles härter sein als für andere. Nach seiner Approbation ist er direkt in die Forschung gegangen, hat niemals ernsthaft praktiziert, und auch bei seinen Forschungsprojekten niemals Durchbrüche gemacht, die die Welt veränderten oder von der britischen NHS skeptisch betrachtet wurden. Bis er nach Beendigung seiner Mitwirkung am &apos;Human Genome Project&apos; einige &quot;lose Fäden&quot; verfolgte, über das ATA-Gen stolperte und sich &lt;span class=&quot;msoDel&quot;&gt;&lt;del datetime=&quot;2006-10-07T16:07&quot; cite=&quot;mailto:Birgitt%20Schuknecht&quot;&gt;als &lt;/del&gt;&lt;/span&gt;plötzlich mitten in der Antarktis wiederfand, auf dem Sprungbrett in die Pegasus-Galaxis. Brutale Praxis statt Forschung, Schußwunden, Verbrennungen, jede erdenkliche Art von Trauma, mehr Autopsien an Freunden als während des Grundstudiums an Fremden. In mehr als einem Sinn eine andere Welt. Seine Mom denkt, er befände sich bei einem karitativen Projekt in einem Dritte-Welt-Land, würde Menschen helfen, wo er kann, kleine Kinder impfen und Ähnliches. Die Wahrheit würde sie umbringen, meint er. Er zuckt spürbar zusammen, als sie ihm die Hand auf die Schulter legt. &quot;Falls sich sein Zustand verändert, möchte ich darüber umgehend in Kenntnis gesetzt werden. Was nicht heißt, daß Sie nicht dennoch versuchen sollten, etwas zu schlafen, Carson.&quot;&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&quot;Aye.&quot; Er klingt nicht, als hätte er vor, ihren Rat zu befolgen. &quot;Wenn Sie mich entschuldigen…ich muß kurz runter zu ihm. Ich will die aktuellen Blutwerte haben, bevor Axelsson und Massey zum Dienst antreten.&quot;&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&quot;In dem Fall…ich muß auch gehen. Gute Nacht, Carson.&quot; &lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&quot;Gute Nacht.&quot;&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;Gerne wäre sie noch geblieben, nur hätte die fröhliche Herzlichkeit, die Krankenpfleger Timo Axelsson verströmt, im Moment eher den gegenteiligen Effekt. Außerdem wird es nicht lange dauern, bis es sie wieder herzieht, den Verbrecher an den Tatort, spätestens morgen früh, vor der Einsatzbesprechung. Vielleicht fallen ihr bis dahin die passenden Worte für Carson ein.&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp; &lt;br /&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: center;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;************&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;Wenige Minuten später überquert sie die Verbindungsbrücke zu ihrem Büro, erleichtert, nur wenigen Personen begegnet zu sein. Entgegen aller Maßnahmen hat sich das Geheimnis des zur Zeit einzigen Patienten in der Krankenstation nicht lange verbergen lassen, auch wenn niemand wirklich über ihn *redet*. Jeder *weiß* davon. Und jeder urteilt. Egal wen sie trifft, die Blicke, die sie erntet, fühlen sich alle an wie geworfene Steine, und jeder einzelne von ihnen schmerzt so sehr wie der erste. Zumindest funktioniert das Transportersystem wieder und erspart ihr den langen Spießrutenlauf von letzter Woche. Was würde sie jetzt nicht für echte Wände geben, Wände statt der Glasscheiben, die ihr zwar erlauben, alles im Auge zu behalten, im Gegenzug aber auch keinerlei Privatsphäre zulassen. Und eine Tür – hauptsächlich, um sie ab und an zuknallen zu können.&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;Für einen Moment bleibt sie vor ihrem Schreibtisch stehen und schaut sich um. Was noch im ersten Jahr ihres Aufenthaltes in der Stadt spartanisch eingerichtet gewesen ist, kaum mehr als ein Klapptisch, eine Lampe und ein Laptop, hat sich zu etwas entwickelt, das nicht nur sie als Person repräsentiert, sondern die ganze Expedition. Neben mehreren Pflanzen finden sich Kunstgegenstände aus verschiedenen Kulturen, teils Geschenke verschiedener Würdenträger, teils Erinnerungsstücke an ihre Reisen, keine zwei Stücke ähneln einander. Afrika, Lateinamerika…die chinesische Vase, das Geschenk eines Kollegen nach Verhandlungen in Taiwan. Der schwere geknüpfte Wandteppich. Alles Handarbeiten aus Stoff, Ton und Holz, Fremdkörper in der hochtechnisierten Umgebung von Atlantis. Ursprünglich ist sie nur mit einem Foto hergekommen, doch seit die &apos;Dädalus&apos; eine mehr oder weniger stabile Versorgung garantiert, haben viele ihr neues Zuhause mit vertrauten Gegenständen eingerichtet.&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;Wahllos berührt sie die liebevoll arrangierten Mementos, stellt einen erneuten Kontakt zu ihnen her, als müsse sie ihnen wieder ihren korrekten Platz in ihren Gedanken zuweisen. Der Mensch macht so viele Erinnerungen an Gegenständen fest, Buchstützen der Erinnerung, gut wie schlecht, Anfang und Ende, und obwohl sie gelegentlich abgestaubt und neu platziert werden, bleibt das, was sie zusammenhalten, dasselbe&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;So ist zwar Dr. Jésus Afonso unausstehlich, doch hängt über seiner Arbeitsstation im Labor 4C ein Selbstportrait seiner Tochter, eine Explosion aus krakeligen Buntstiftlinien; egal, daß das Mädchen inzwischen fünfundzwanzig ist und Kunst studiert, ihr Erstlingswerk begleitet ihren Vater auf allen seinen Reisen.&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;Sergeant Arroyo mit dem Modellflugzeug seines kleinen Bruders, von dem er spricht, wann immer er Gelegenheit findet.&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;Miko hat es fast das Herz gebrochen, als das Teeservice ihrer Urgroßmutter den Transport auf der &apos;Dädalus&apos; nicht unbeschadet überstand.&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;Die Liste läßt sich beliebig weiterführen. &lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;Verglichen mit ihrem Büro ist ihr Quartier funktionell, leer, steril, sie hat ihre Buchstützen in ihrem Büro anstatt in ihrem Quartier, weil sie am ehesten sie selbst ist an dem Ort, an dem sie arbeitet. Dort braucht sie die Dinge, die sie als den Menschen ausmachen, der sie ist, eine Eigenart, die sie sich von ihrem Vater abgeguckt hat, der seiner Tochter einst anvertraute: &quot;Ich arbeite soviel, daß ich selten daheim bin, daher mache ich mir meinen Arbeitsplatz zum Heim. Dann tut es weniger weh, von meinem eigentlichen Zuhause fort zu sein.&quot; Simons Mitteilung, er sei nicht länger an einem gemeinsamen Leben mit ihr interessiert, hat es ihr leicht gemacht, Heimat und Zuhause neu zu definieren.&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;Sanft streicht sie über die rauhe Oberfläche der dekorativen Tonschale auf ihrem Schreibtisch, folgt mit einem Finger dem geschwungenen Rücken einer der vier knienden Figuren. Wahrlich kein Meisterwerk. Auf dem Sommerfest der I&apos;Hrian vergangenes Jahr hatte die Dorfälteste darauf bestanden, daß sie sich an den traditionellen Töpferarbeiten beteiligte, ungeachtet ihres Protests, künstlerisch gänzlich unbegabt zu sein. Das Motiv hat sie von einer anderen Frau der Gruppe kopiert und eigentlich sollte sie sich auch an die Bedeutung der Symbolik erinnern, man hat es ihr immerhin erklärt. Nur strengt sie ihr Gedächtnis vergeblich an.&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;Dem großflächigen Monitor in der Ecke, der 24/7 den Status der Stadt zeigt, schenkt sie keine Beachtung, als sie eher beiläufig eine weitere Runde durch den Raum macht und prüft, ob ihre Pflanzen noch genügend Wasser haben. Stattdessen läßt sie sich in ihren Stuhl sinken. Egal, woran ihr Blick hängen bleibt, das Gefühl von Zuhause will sich heute nicht einstellen.&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; class=&quot;MsoBodyTextIndent&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;Auch nicht, als sie aus der Schatulle neben ihrem Laptop die schwere Taschenuhr hervorholt, ein Geschenk ihres Vaters zum Universitätsabschluß, damit sie immer &quot;das Richtige zur richtigen Zeit&quot; tut. Einst hat sie ihrem Urgroßvater gehört und gäbe es einen männlichen Nachkommen in der Familie, hätte er sie bekommen, doch stattdessen... Langsam läßt sie die Kette erst durch die Finger der einen Hand gleiten, dann der anderen. Das Richtige zur richtigen Zeit…. Seit sie sie das letzte Mal hervorgeholt hat, ist die Uhr stehengeblieben. Auf halb Zwölf. Eine abergläubische Person würde das vermutlich als schlechtes Omen deuten, und unter den gegenwärtigen Umständen gäbe es nur wenige Personen in Atlantis, die sich dieser Ansicht nicht anschließen würden. Längst hat sie die Gerüchte gehört, die in der Messe und in den Labors die Runde machen, weiß, daß man hinter ihrem Rücken über sie redet und nicht nur mit schmeichelhaften Worten. Zu sagen, es ließe sie kalt, wäre gelogen. Während ihrer gesamten Karriere hat sie sich behaupten müssen und den Flüsterern, wo immer sie auftauchten und ihr Können anzweifelten, sie als Person schlecht machten, das Gegenteil beweisen müssen. In Atlantis sollte es anders sein…ist es anders gewesen. Nicht daß irgendjemand sie öffentlich konfrontieren würde, derartige Gespräche finden – wenn überhaupt – hinter geschlossenen Türen statt, denn jeder weiß, wie überlebenswichtig es ist, eine einheitliche Front zu zeigen. Das Richtige zur richtigen Zeit.&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;Hinter diesem Schreibtisch zu sitzen hat sich so lange so richtig angefühlt, etwas, das schon lange vorherbestimmt gewesen war, und als sie das erste Mal dort Platz nahm, war sie wie selten zuvor versucht, Vernunft und Logik zu mißachten. An etwas wie Schicksal zu glauben. Zu viele Dinge haben sich richtig angefühlt, nur um jäh zu enden.&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;Weswegen ist sie eigentlich hier? Es ist spät, bereits nach Zehn, und sie sollte das Vernünftige tun und schlafen gehen, denn morgen hat sie vielleicht keine Gelegenheit dazu. &lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;Ihre Gedanken wandern zurück zu Carson, zu dem Experiment, und in dem Versuch, sich wieder zu sammeln, steht sie auf, die Uhr in den Händen, und beginnt auf und ab zu gehen. Vier Schritte von ihrem Schreibtisch zur Scheibe, vier Schritte zurück. Drei Schritte vom Schreibtisch zum Sofa, vier Schritte zur Scheibe. Hier bleibt sie stehen und schaut hinunter in den Gateraum. Das Stimmengewirr ist unüberhörbar, gedämpft durch Entfernung und Glas, doch es sind mehrere Personen und daher laut genug, um ihre Aufmerksamkeit zu erregen; die hektische Gestik trägt ihren Teil dazu bei.&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;Obwohl zur Zeit keine unmittelbare Krise ansteht, gibt es immer Leute, die Tage wie Nächte arbeiten und Anerkennung für die Resultate bekommen wollen, nur hat sie mit Ausnahme von Carson die Wissenschaftler, die immerhin zwei Drittel der Expedition ausmachen, in den letzten Wochen sträflich vernachlässigt.&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;Um diese Uhrzeit hält sich für gewöhnlich nur ein minimales Militärkontingent im Gateraum auf, zwei Leute, und heute einige Techniker, die den wöchentlichen Systemkomplettcheck durchführen. Allerdings tun sie es üblicherweise leise. Diese Gruppe ist alles andere als leise. Während sie hier gestanden und überlegt – nach Ausflüchten gesucht – hat, was sie wohl noch erledigen kann, welche Dinge nicht bis morgen warten können und ob sie sich eine Patience erlauben soll, haben sie vermutlich diesen Moment abgepaßt, wo sie allein in ihrem Büro ist, um nun den gemeinschaftlichen Angriff zu starten. Zuzutrauen ist es ihnen. Und jetzt stehen sie unten am Fuß der Haupttreppe und bestimmen ihren Sprecher, denjenigen, der die Berichte von einem Dutzend Fachbereichsleiter abgeben soll. Schuldbewußt denkt sie an die zahllosen Emails, die ungeöffnet in ihrem Eingangsfach schlummern. Früher oder später hätte sie mit einer Aktion wie dieser rechnen müssen.&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;Soeben gipfelt die Diskussion in ihrem &quot;Vorzimmer&quot; in einem &quot;&lt;i style=&quot;&quot;&gt;Jistě&lt;/i&gt;. Gut, gut, verstanden&quot; und die Gruppe zerstreut sich. Zurück bleibt derjenige, der die unliebsame Aufgabe übertragen bekommen hat, die Gruppeninteressen ihr gegenüber zu vertreten. Wenn auch nicht alleine, für diese Aufgabe bringt er Verstärkung mit, und sie kann ihm nicht einmal einen Vorwurf machen. Ihr stilles Lächeln hält nur wenige Sekunden; was auch immer diese Unterhaltung beinhalten wird, sie tut besser daran, ihre Emotionen rauszuhalten.&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;Den Stapel Berichte auf dem Arm steigt er die Stufen empor, Dr. van Bruinessen einen Schritt hinter sich, und er macht den Eindruck eines Mannes auf dem Weg zum Galgen. Was ist es, das wir haben? Hatten? Sie hat sich diese Frage niemals in dieser Einfachheit gestellt, wenn sie zusammen waren. Schon seltsam, daß man sich so oft erst Gedanken über Dinge macht, wenn sie geendet haben oder kurz davor stehen zu enden.&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-align: justify; text-indent: 14.2pt;&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;Die letzte Unterhaltung war etwas, an das sie sich ungern erinnert, danach hatte Konversation nur aus wenigen knappen Worten oder einem Nicken im Vorbeigehen bestanden. Kein Zustand, der lange anhalten kann, nicht ohne daß einer von ihnen die Stadt dauerhaft verläßt.&lt;/p&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot; style=&quot;text-a